Sollte beim Kauf von Stilltee bevorzugt auf Bio-Qualität geachtet werden?
Beim Kauf von Stilltee ist es sehr empfehlenswert, auf Bio-Qualität zu achten. Es gibt mehrere medizinische und ökologische Gründe, warum dies gerade in der Stillzeit wichtig ist:
1. Rückstände von Pestiziden vermeiden
Kräuter für Tees (wie Fenchel, Anis und Kümmel) stammen im konventionellen Anbau oft aus Ländern, in denen großzügig gespritzt wird. Pestizidrückstände können über den Tee in den Körper der Mutter und in geringen Mengen auch in die Muttermilch gelangen. Da der Organismus eines Neugeborenen Schadstoffe noch nicht so effizient abbauen kann wie der eines Erwachsenen, ist eine Minimierung der Schadstoffbelastung ratsam.
2. Belastung durch Pyrrolizidinalkaloide (PA)
In der Vergangenheit gab es immer wieder Meldungen über Kräutertees, die mit Pyrrolizidinalkaloiden belastet waren. Das sind natürliche Giftstoffe, die von Beikräutern (Unkraut) stammen, die versehentlich mitgeerntet werden.
- Bio-Hersteller achten oft strenger auf die Reinheit ihrer Felder und führen engmaschigere Kontrollen durch, um diese Verunreinigungen zu vermeiden.
- Speziell als „Stilltee“ oder „Babytee“ deklarierte Produkte unterliegen zudem oft strengeren Grenzwerten als herkömmliche Kräutertees.
3. Keine künstlichen Aromen
Bio-Tees dürfen in der Regel keine künstlichen Aromen oder unnötige Zusatzstoffe enthalten. Ein guter Stilltee sollte rein aus Kräutern bestehen. In konventionellen Produkten finden sich manchmal (wenn auch selten bei Stilltees) Aromastoffe, um minderwertige Kräuterqualität zu kaschieren.
4. Bessere Wirkstoffqualität
Hochwertige Bio-Kräuter werden oft schonender getrocknet und verarbeitet. Dadurch bleibt der Gehalt an ätherischen Ölen (die für die milchbildende oder beruhigende Wirkung verantwortlich sind) meist höher als bei billiger Massenware.
Worauf Sie zusätzlich achten sollten:
- Apotheken- oder Fachhandelsqualität: Tees aus der Apotheke oder von spezialisierten Bio-Marken (z. B. Weleda, Alnatura, Sonnentor, Lebensbaum) sind oft am strengsten geprüft.
- Zuckerfrei: Achten Sie darauf, dass kein Zucker oder Maltodextrin zugesetzt ist (kommt bei Instant-Tees manchmal vor).
- Die Menge macht’s: Auch Bio-Stilltee sollte nicht literweise getrunken werden. Hebammen empfehlen meist 2 bis 3 Tassen am Tag. Ein Übermaß kann beim Baby paradoxerweise zu Blähungen führen oder die Milchproduktion zu stark anregen.
- Abwechslung: Es ist sinnvoll, nicht monatelang exakt die gleiche Kräutermischung zu trinken, um einseitige Belastungen (auch natürlicher Art) zu vermeiden.
Fazit: Ja, der Aufpreis für Bio-Stilltee ist eine sinnvolle Investition in den Gesundheitsschutz für Sie und Ihr Baby.