Wie werden Eisen-Präparate für eine optimale Aufnahme korrekt eingenommen?

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Die Aufnahme (Resorption) von Eisen im Körper ist recht komplex, da viele Lebensmittel und Getränke die Aufnahme hemmen können. Um das Beste aus einem Eisenpräparat herauszuholen, sollten Sie folgende Regeln beachten:

1. Der richtige Zeitpunkt (Nüchternheit)

Am besten wird Eisen auf nüchternen Magen aufgenommen.

  • Empfehlung: Nehmen Sie das Präparat etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück oder frühestens zwei Stunden nach einer Mahlzeit ein.
  • Ausnahme: Wenn Sie unter starken Magenschmerzen oder Übelkeit leiden, können Sie das Eisen auch zu einer Mahlzeit einnehmen. Beachten Sie jedoch, dass die Aufnahme dadurch um bis zu 50 % sinken kann.

2. Vitamin C als „Turbo“

Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen (insbesondere von pflanzlichem oder zweiwertigem Eisen) im Dünndarm erheblich.

  • Tipp: Trinken Sie ein Glas Orangensaft zur Tablette oder nehmen Sie zusätzlich ein Vitamin-C-Präparat ein. Auch Paprika oder Kiwis sind gute Vitamin-C-Quellen.

3. Die größten Hemmstoffe vermeiden

Bestimmte Stoffe binden Eisen im Magen-Darm-Trakt, sodass es ungenutzt ausgeschieden wird. Halten Sie einen Abstand von mindestens 2 Stunden zu folgenden Dingen ein:

  • Kaffee und Tee: Die enthaltenen Gerbstoffe (Tannine) sind starke Eisenräuber.
  • Milchprodukte und Kalzium: Kalzium behindert den Transport von Eisen in die Darmzellen.
  • Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse: Die darin enthaltene Phytinsäure bindet Eisen.
  • Cola und Limonaden: Phosphate stören die Aufnahme.
  • Medikamente: Insbesondere Antazida (Mittel gegen Sodbrennen) und bestimmte Antibiotika sollten nicht gleichzeitig eingenommen werden.

4. Die Wahl des Präparats

  • Zweiwertiges Eisen (Fe2+): Wird vom Körper meist besser aufgenommen als dreiwertiges Eisen (Fe3+). Die meisten gängigen Tabletten (z. B. Eisen-Sulfat) enthalten Fe2+.
  • Spezialformen: Es gibt „magensaftresistente“ Kapseln, die das Eisen erst im Dünndarm freisetzen. Dies schont den Magen, kann aber die Aufnahme etwas erschweren, da Eisen am besten im sauren Milieu des Magens gelöst wird.

5. Umgang mit Nebenwirkungen

Eisenpräparate führen häufig zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Magendruck, Verstopfung oder Durchfall.

  • Schwarzfärbung des Stuhls: Dies ist völlig normal und harmlos. Es handelt sich um nicht aufgenommenes Eisen.
  • Langsame Steigerung: Wenn Sie das Eisen schlecht vertragen, beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis und steigern Sie diese langsam (nach Rücksprache mit dem Arzt).
  • Zweite Tageshälfte: Manche Menschen vertragen Eisen abends vor dem Schlafengehen besser.

6. Wichtige Hinweise

  • Geduld: Es dauert meist 3 bis 6 Monate, um leere Eisenspeicher (Ferritin-Wert) komplett aufzufüllen.
  • Keine Selbstdiagnose: Nehmen Sie hochdosierte Eisenpräparate nur nach einem Bluttest beim Arzt ein. Zu viel Eisen kann den Körper (insbesondere die Leber) schädigen.

Zusammenfassend: Die ideale Einnahme ist morgens direkt nach dem Aufstehen mit einem Glas Orangensaft, gefolgt von einem Frühstück (ohne Milch und Kaffee) eine Stunde später.