Wie vermeidet man sichtbare Pinselstriche bei der Ausbesserung mit einem Lackstift?

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Das Hauptproblem bei Lackstiften ist meistens der beiliegende Pinsel: Er ist oft zu grob, nimmt zu viel Farbe auf und hinterlässt die typischen Streifen.

Um ein Ergebnis zu erzielen, das nahezu unsichtbar ist, sollten Sie die „Tupf-und-Schleif-Methode“ anwenden. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Die Vorbereitung (Das A und O)

  • Reinigen: Die Stelle muss absolut fett- und staubfrei sein. Nutzen Sie Silikonentferner oder Isopropanol.
  • Temperatur: Arbeiten Sie nicht in der prallen Sonne oder bei Kälte. Ideal sind ca. 20 Grad.
  • Schütteln: Den Lackstift mindestens 2 Minuten lang kräftig schütteln, damit sich die Pigmente perfekt verteilen.

2. Das richtige Werkzeug (Vergessen Sie den Pinsel)

Benutzen Sie nicht den im Deckel integrierten Pinsel für die Schadstelle. Dieser ist viel zu unpräzise.

  • Alternative: Verwenden Sie einen Zahnstocher, ein spitzes Streichholz oder einen extrem feinen Künstlerpinsel (Größe 00 oder 000). Noch besser sind sogenannte „Microbrush“-Stäbchen aus dem Modellbau.

3. Der Auftrag: Tupfen, nicht Streichen

  • Geben Sie einen Tropfen Lack auf eine saubere Unterlage (z.B. ein Stück Plastik oder Alufolie).
  • Tauchen Sie den Zahnstocher oder den feinen Pinsel ein.
  • Tupfen Sie den Lack vorsichtig in die Vertiefung des Kratzers.
  • Wichtig: Weniger ist mehr. Füllen Sie den Kratzer lieber in zwei dünnen Schichten auf als in einer dicken. Lassen Sie die Schichten zwischendurch ca. 20–30 Minuten trocknen.
  • Das Ziel: Der Lack sollte am Ende minimal höher stehen als der umgebende Originallack (ein kleiner „Hügel“).

4. Trocknungszeit

Geduld ist entscheidend. Der Lack muss vollständig aushärten, bevor er bearbeitet wird. Bei Basislack dauert das ca. 30–60 Minuten, bei 2-Komponenten-Lacken oder wenn Klarlack folgt, sollten Sie idealerweise 24 Stunden warten.

5. Das Planieren (Der wichtigste Schritt gegen Pinselstriche)

Da Sie den Lack „getupft“ haben, sieht er jetzt noch uneben aus. Das korrigieren Sie nun:

  • Nassschleifen: Nehmen Sie einen kleinen Schleifblock (oder wickeln Sie Schleifpapier um einen Radiergummi) und verwenden Sie 2000er oder 3000er Nassschleifpapier.
  • Weichen Sie das Papier vorher 10 Minuten in Wasser ein.
  • Schleifen Sie mit ganz leichtem Druck und viel Wasser über den getupften „Lack-Hügel“, bis dieser plan mit dem restlichen Lack ist.

6. Aufpolieren

Nach dem Schleifen ist die Stelle matt.

  • Verwenden Sie eine Schleifpaste oder eine gute Autopolitur, um den Glanz wiederherzustellen.
  • Polieren Sie so lange, bis der Übergang zwischen Reparatur und Originallack unsichtbar ist.

Zusammenfassung der Profi-Tricks:

  1. Dünne Schichten: Verhindert „Nasen“ und ungleichmäßiges Trocknen.
  2. Klarlack bei Metallic: Wenn es ein Metallic-Lack ist, füllen Sie den Kratzer erst zu 80 % mit dem Farblack und den Rest mit Klarlack auf.
  3. Abkleben: Wenn Sie unsicher sind, kleben Sie die Umgebung des Kratzers mit hochwertigem Malerkrepp ab, um beim Schleifen nicht zu viel vom gesunden Lack abzutragen.

Durch das Nassschleifen und Polieren eliminieren Sie die Textur des Farbauftrags komplett – egal, wie uneben er vorher aussah.

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