Wie lassen sich sichtbare Pinselstriche und Ansätze bei der Verwendung von Holzlasur vermeiden?
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Sichtbare Pinselstriche und unschöne Ansätze (Überlappungen) entstehen meist dadurch, dass die Lasur zu schnell trocknet oder ungleichmäßig aufgetragen wird. Um ein professionelles, gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen, sollten Sie die folgenden Schritte und Techniken beachten:
1. Die richtige Vorbereitung der Oberfläche
Ein perfektes Ergebnis beginnt beim Schliff.
- Schleifen: Schleifen Sie das Holz in mehreren Durchgängen (z. B. 120er, dann 150er oder 180er Körnung). Wichtig: Immer in Richtung der Holzmaserung schleifen.
- Entstauben: Entfernen Sie den Schleifstaub gründlich mit einer Bürste und anschließend mit einem leicht feuchten Tuch oder einem Staubbindetuch. Staub führt zu Unebenheiten.
- Wässern (Optional): Bei sehr saugstarken Hölzern kann man das Holz leicht mit einem Schwamm befeuchten und nach dem Trocknen die aufgestellten Fasern nochmals fein abschleifen.
2. Das richtige Werkzeug
Billige Pinsel verlieren Haare und verteilen die Lasur ungleichmäßig.
- Lasurpinsel: Verwenden Sie spezielle Lasurpinsel (meist ein Mix aus Natur- und Synthetikborsten). Diese können viel Material aufnehmen und geben es gleichmäßig ab.
- Flächenstreicher: Für große Flächen eignen sich breite, flache Pinsel besser als schmale.
- Rolle für große Flächen: Bei sehr großen Flächen (z. B. Türen) können Sie die Lasur mit einer Schaumstoffrolle oder einer Kurzflor-Rolle auftragen und sofort mit einem Pinsel leicht "nachschlichten".
3. Die richtige Technik: "Nass-in-Nass"
Das ist das wichtigste Prinzip, um Ansätze zu vermeiden.
- Nicht unterbrechen: Arbeiten Sie immer eine komplette Fläche (z. B. ein ganzes Brett oder eine ganze Paneele) in einem Durchgang durch.
- Überlappungen vermeiden: Streichen Sie zügig und achten Sie darauf, dass die Kante, an der Sie gerade arbeiten, immer feucht bleibt. Wenn Sie in eine bereits angetrocknete Fläche hineinstreichen, entsteht eine Doppelung der Farbschicht – das sieht man als dunklen Streifen (Ansatz).
- Von Kante zu Kante: Führen Sie den Pinselstrich möglichst ohne Absetzen von einem Ende des Brettes bis zum anderen durch.
4. Die äußeren Bedingungen
- Keine direkte Sonne: Streichen Sie niemals in der prallen Sonne oder auf aufgeheiztem Holz. Die Lasur trocknet sonst so schnell, dass Sie "Nass-in-Nass" nicht einhalten können.
- Temperatur: Ideal sind Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad. Bei Wind trocknet die Lasur ebenfalls schneller aus, was die Gefahr von Ansätzen erhöht.
5. Materialauftrag und Verteilung
- Weniger ist mehr: Tragen Sie die Lasur nicht zu dick auf. Es ist besser, zwei dünne Schichten zu streichen als eine sehr dicke.
- Verschlichten: Nachdem Sie die Lasur aufgetragen haben, ziehen Sie noch einmal ohne neuen Druck und ohne frische Farbe mit dem Pinsel über die gesamte Länge der Fläche (in Maserrichtung), um die Schicht zu ebnen.
- Stirnhölzer beachten: Die Schnittkanten (Stirnholz) saugen extrem stark und werden oft viel dunkler. Hier hilft es, diese Flächen vorher leicht mit Wasser zu befeuchten oder eine spezielle Grundierung zu verwenden.
6. Zwischenschliff
Nach dem ersten Anstrich stellen sich oft kleine Holzfasern auf, wodurch sich die Oberfläche rau anfühlt.
- Lassen Sie die erste Schicht komplett trocknen.
- Führen Sie einen ganz leichten Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier (Körnung 220 oder 240) oder einem Schleifvlies durch.
- Danach entstauben und die zweite Schicht auftragen. Das Ergebnis wird dadurch deutlich glatter und edler.
Zusammenfassung der Profi-Tipps:
- Immer in Richtung der Maserung arbeiten.
- Immer ganze Bauteile ohne Pause fertigstellen.
- Hochwertige Pinsel verwenden.
- Lieber zwei dünne Schichten als eine dicke.
Wenn Sie diese Regeln befolgen, wird die Oberfläche so gleichmäßig, dass man kaum erkennen kann, ob sie gestrichen oder industriell beschichtet wurde.