Wie verhindert man mit einem einfachen Trick (dem „Zustreichen“), dass dünnflüssige Farbe unter das Kreppband läuft?
Der Trick des „Zustreichens“ (oft auch als Versiegeln bezeichnet) ist die effektivste Methode, um messerscharfe Farbkanten ohne Unterlaufen zu erhalten. Das Prinzip dahinter ist simpel: Man schließt die winzigen Hohlräume zwischen dem Kreppband und der Wand, bevor die eigentliche Farbe zum Einsatz kommt.
Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung für diesen Trick:
So funktioniert das „Zustreichen“:
- Abkleben: Klebe das Kreppband wie gewohnt auf und drücke es besonders an der Kante, die später die Farbtrennung bildet, gut fest.
- Die Kante versiegeln (Der eigentliche Trick): Überstreiche die Kante des Kreppbands nun mit der Farbe des Untergrunds (also der Farbe, die bereits an der Wand ist – meistens Weiß).
- Warum? Wenn nun Farbe unter das Band läuft, dann ist es die Hintergrundfarbe. Da diese dieselbe Farbe wie der Untergrund hat, sieht man das Ergebnis nicht. Gleichzeitig verschließt diese Farbe alle Lücken und Poren des Kreppbands.
- Trocknen lassen: Lass diese „Versiegelungsschicht“ kurz antrocknen.
- Die eigentliche Farbe auftragen: Jetzt streichst du mit deiner neuen, dünnflüssigen Wunschfarbe über das versiegelte Band. Da die Lücken bereits durch die erste Farbschicht verschlossen sind, kann die neue Farbe nicht mehr unter das Band dringen.
- Abziehen: Ziehe das Kreppband ab, solange die neue Farbe noch leicht feucht ist.
Das Ergebnis:
Du erhältst eine perfekt gerade Linie, da die Versiegelungsschicht wie eine Barriere gewirkt hat.
Alternative: Zustreichen mit Acryl
In manchen Fällen (besonders bei sehr grober Raufasertapete) nutzt man statt der Wandfarbe eine hauchdünne Schicht Maleracryl:
- Trage eine sehr dünne Spur Acryl entlang der Klebekante auf.
- Streiche das Acryl mit dem Finger glatt („Zustreichen“), sodass es die Lücke zwischen Band und Wand füllt.
- Überstreiche das Ganze sofort mit der Wandfarbe und ziehe das Band direkt danach ab.
Zusammenfassend: Der „Trick“ besteht darin, das Band mit der vorhandenen Untergrundfarbe (oder Acryl) vorab „dicht zu machen“, damit für die neue Farbe kein Platz mehr ist, um unter das Band zu kriechen.