Wie unterscheidet man im Set sicher zwischen Phillips (PH) und Pozidriv (PZ) Schraubendrehern?
Die Unterscheidung zwischen Phillips (PH) und Pozidriv (PZ) ist entscheidend, da die Verwendung des falschen Werkzeugs fast immer dazu führt, dass entweder der Schraubenkopf „rundgedreht“ wird oder die Spitze des Schraubendrehers abbricht.
Hier sind die drei sichersten Wege, sie im Set zu unterscheiden:
1. Das optische Merkmal an der Spitze (Der „Stern“)
Dies ist das eindeutigste Zeichen:
- Phillips (PH): Hat ein einfaches Kreuz mit vier Flanken. Die Kanten verlaufen nach außen hin leicht spitz zulaufend (keilförmig).
- Pozidriv (PZ): Hat ebenfalls das große Kreuz, aber zwischen den vier Hauptflanken sitzen vier zusätzliche, feine Rippen (wie ein kleiner Stern, der um 45 Grad versetzt ist). Die Flanken sind zudem parallel und laufen nicht keilförmig zu.
2. Die Beschriftung auf dem Griff oder Schaft
In einem guten Set sind die Werkzeuge fast immer markiert:
- PH steht für Phillips (oft kombiniert mit der Größe, z. B. PH 2).
- PZ steht für Pozidriv (z. B. PZ 2).
Hinweis: PH-Schraubendreher sind oft (aber nicht immer) mit roten Farbring markiert, PZ-Schraubendreher oft mit blauen. Das ist jedoch kein offizieller Standard und variiert je nach Hersteller (z.B. Wera oder Wiha).
3. Die passende Schraube erkennen
Man erkennt den Unterschied auch sofort am Kopf der Schraube, die man eindrehen möchte:
- Phillips-Schraube: Ein ganz einfaches, glattes Kreuz.
- Pozidriv-Schraube: Man sieht vier feine, diagonale Kerben (Striche), die sternförmig von der Mitte des Kreuzes ausgehen. Wenn du diese "Extra-Striche" auf der Schraube siehst, musst du zwingend einen PZ-Schraubendreher verwenden.
Warum ist der Unterschied so wichtig?
- Phillips (PH) wurde so konstruiert, dass der Schraubendreher bei zu hohem Widerstand aus der Schraube „herausrutscht“ (Cam-out-Effekt). Das sollte früher verhindern, dass man Schrauben in Blech zu fest anzieht.
- Pozidriv (PZ) ist eine Weiterentwicklung. Durch die parallelen Flanken und die zusätzlichen Rippen rutscht der Schraubendreher nicht heraus. Man kann viel mehr Kraft übertragen.
Was passiert bei Verwechslung?
- PH-Dreher in PZ-Schraube: Er hat viel zu viel Spiel. Sobald man fest dreht, rutscht er ab und zerstört die feinen Rippen der Schraube.
- PZ-Dreher in PH-Schraube: Die Spitze dringt nicht tief genug in das Kreuz ein, da die zusätzlichen Rippen des PZ-Drehers auf dem flachen Kreuz der PH-Schraube aufsitzen. Man rutscht sofort ab.
Kurztipp für die Praxis: Wenn der Schraubendreher im Kreuz wackelt, obwohl die Größe (z.B. 2) zu stimmen scheint, hast du wahrscheinlich PH und PZ vertauscht. Ein passender PZ-Schraubendreher "beißt" sich förmlich in der PZ-Schraube fest.