Wie unterscheiden sich Kopf, Mittelstück und Spitze des Rinderfilets?
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Das Rinderfilet (auch Lende oder Lungenbraten genannt) ist das edelste und zarteste Teilstück des Rindes. Da es sich um einen Muskel handelt, der kaum beansprucht wird, ist das Fleisch besonders feinfaserig und fettarm.
Man unterteilt das Filet klassischerweise in drei Abschnitte, die sich in Form, Struktur und Verwendung unterscheiden:
1. Der Kopf (Filetkopf / Buttend)
Dies ist das dicke Ende des Filets, das am Hinterviertel (nahe der Hüfte) liegt.
- Beschaffenheit: Der Kopf ist meist etwas breiter und besteht oft aus zwei oder drei Muskelsträngen, die durch feines Bindegewebe getrennt sind. Er ist meist etwas stärker marmoriert (fetthaltiger) als das Mittelstück, was ihn sehr geschmackvoll macht.
- Verwendung: Da der Kopf nicht so gleichmäßig rund ist wie das Mittelstück, eignet er sich weniger für klassische, runde Medallions. Er wird oft für Biftecks, Chateaubriands (Doppelsteaks) oder, wenn er zerteilt wird, für erstklassiges Fondue, Raclette oder Gulasch verwendet.
2. Das Mittelstück (Centercut / Herzstück)
Dies ist das „Filetstück“ im wahrsten Sinne des Wortes – der gleichmäßig dicke, zylindrische Teil in der Mitte.
- Beschaffenheit: Hier ist das Fleisch am gleichmäßigsten geformt, sehr feinfaserig und extrem mager. Es lässt sich perfekt portionieren.
- Verwendung: Aus dem Mittelstück werden die klassischen Steaks geschnitten:
- Filet Mignon: Kleine Steaks aus dem vorderen Bereich des Mittelstücks.
- Tournedos: Kleine, runde Scheiben.
- Chateaubriand: Ein dickes Doppeltsteak (ca. 400–600g), das meist für zwei Personen am Stück gebraten wird.
3. Die Spitze (Filetspitze / Tail)
Dies ist das schmale, auslaufende Ende des Filets.
- Beschaffenheit: Die Spitze ist genauso zart wie das Mittelstück, wird aber nach hinten hin immer dünner, was ein gleichmäßiges Braten als Steak schwierig macht.
- Verwendung: Da man daraus keine ordentlichen Steaks schneiden kann, ist die Spitze ideal für alles, was kurz und scharf angebraten wird:
- Boeuf Stroganoff: Der Klassiker für Filetspitzen.
- Geschnetzeltes: Für besonders edle Pfannengerichte.
- Tartar: Da das Fleisch so zart ist, wird die Spitze oft für frisches Rindertartar verwendet.
Zusätzlicher Begriff: Die „Kette“
Häufig hört man im Zusammenhang mit dem Filet auch von der Filetkette. Das ist ein dünner, fettreicher Muskelstrang, der seitlich am Filet entlangläuft.
- In der gehobenen Gastronomie wird die Kette entfernt („pariert“), da sie viel Bindegewebe und Fett enthält.
- Sie ist jedoch sehr geschmacksintensiv und eignet sich hervorragend für die Herstellung von Saucen (Fond) oder nach sorgfältigem Putzen für Hackfleischmischungen.
Zusammenfassung für den Einkauf:
- Wollen Sie das perfekte Steak (optisch und technisch)? Wählen Sie das Mittelstück.
- Wollen Sie viel Geschmack und ein größeres Stück zum Braten? Wählen Sie den Kopf.
- Wollen Sie ein edles Geschnetzeltes oder Tartar? Wählen Sie die Spitzen.