Warum funktioniert das Schreiben mit einem Kugelschreiber über Kopf nicht?

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Dass ein herkömmlicher Kugelschreiber über Kopf nicht funktioniert, liegt schlicht an der Schwerkraft.

Hier ist die genaue Erklärung:

1. Das Prinzip der Schwerkraft

In einer normalen Kugelschreibermine befindet sich eine relativ zähe Tinte in einem Röhrchen. Damit diese Tinte zur Schreibkugel an der Spitze gelangt, muss sie nach unten fließen. Bei einem normalen Stift sorgt die Schwerkraft dafür, dass die Tinte ständig gegen die Kugel drückt.

2. Was passiert beim Über-Kopf-Schreiben?

Wenn du den Stift umdrehst (also die Spitze nach oben hältst), zieht die Schwerkraft die Tinte von der Kugel weg in Richtung des hinteren Endes der Mine. Da zwischen der Tinte und der Kugel keine mechanische Pumpe sitzt, entsteht ein Luftspalt. Die Kugel wird trocken, und der Stift schreibt nicht mehr – oft nach ein paar letzten Strichen, bei denen der Restschleim an der Kugel verbraucht wurde.

3. Warum hilft Kapillarwirkung nicht?

Bei Füllfederhaltern oder Filzstiften spielt die Kapillarwirkung (die Fähigkeit von Flüssigkeiten, in engen Röhren nach oben zu steigen) eine größere Rolle. Die Tinte in Kugelschreibern ist jedoch meist zu zähflüssig (viskos), als dass die Kapillarkräfte allein gegen die Schwerkraft ankommen könnten.


Die Ausnahme: Der "Space Pen"

Es gibt spezielle Kugelschreiber, die auch über Kopf, unter Wasser oder im Weltraum funktionieren (bekannt geworden durch den Fisher Space Pen). Diese funktionieren mit einem Trick:

  • Gasdruck: Die Mine steht unter Gasdruck (meist Stickstoff). Dieser Druck presst die Tinte aktiv gegen die Schreibkugel, völlig unabhängig davon, wie herum man den Stift hält oder ob Schwerkraft vorhanden ist.

Zusammenfassend: Ein normaler Kugelschreiber ist ein „Schwerkraft-System“. Ohne die Erdanziehung, die die Tinte nach unten drückt, bleibt die Spitze trocken.

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