Wie umweltfreundlich sind moderne Geschirrspültabs?
Melden
Die Umweltfreundlichkeit von modernen Geschirrspültabs ist ein zweischneidiges Schwert. Im Vergleich zu Produkten von vor zehn oder zwanzig Jahren haben sie sich deutlich verbessert, doch sie sind im Vergleich zu klassischem Pulver oft noch die ökologisch schlechtere Wahl.
Hier ist eine detaillierte Analyse der verschiedenen Aspekte:
1. Das Positive: Was sich verbessert hat
- Phosphatfrei: Seit 2017 sind Phosphate in Geschirrspülmitteln in der EU weitgehend verboten. Phosphate waren früher das Hauptproblem, da sie Gewässer überdüngten (Eutrophierung). Moderne Tabs nutzen stattdessen meist Citrate oder Silikate, die biologisch wesentlich verträglicher sind.
- Kein Chlor: In modernen Tabs wird kaum noch Chlor als Bleichmittel verwendet. Stattdessen setzt man auf Sauerstoffbasis (Natriumpercarbonat), was für die Umwelt deutlich schonender ist.
- Effizienz: Moderne Rezepturen sind so optimiert, dass sie auch bei niedrigen Temperaturen (Eco-Modus) gute Ergebnisse liefern, was Energie spart.
2. Die Problempunkte
- Überdosierung: Dies ist das größte ökologische Manko. Ein Tab ist für eine voll beladene, stark verschmutzte Maschine konzipiert. Wenn die Maschine nur halb voll ist oder das Geschirr nur leicht verschmutzt, wird eine unnötig große Menge an Chemikalien in das Abwasser geleitet. Pulver lässt sich hingegen individuell dosieren.
- Die wasserlösliche Folie: Die meisten Tabs sind heute mit einer Folie aus Polyvinylalkohol (PVA) umhüllt. Diese löst sich im Wasser auf. Obwohl Hersteller behaupten, sie sei vollständig biologisch abbaubar, gibt es Diskussionen unter Umweltforschern, ob sie in Kläranlagen wirklich rückstandslos abgebaut wird oder ob Mikro-Rückstände in die Umwelt gelangen.
- Kombinations-Zwang (Multi-Tabs): In "All-in-One"-Tabs sind bereits Klarspüler und Enthärtersalz enthalten. Das Problem: Die Dosierung des Salzes im Tab kann nicht auf die lokale Wasserhärte abgestimmt werden. Bei weichem Wasser ist das Salz im Tab überflüssig; bei sehr hartem Wasser reicht es oft nicht aus, sodass man doch wieder Salz nachfüllen muss.
- Duft- und Konservierungsstoffe: Viele konventionelle Tabs enthalten synthetische Duftstoffe und Benzisothiazolinon, die für Wasserorganismen giftig sein können.
3. Öko-Tabs vs. Konventionelle Tabs
Es gibt mittlerweile viele „Öko“-Marken (z.B. Frosch, Everdrop, Sonett oder Eigenmarken wie Rossmann domol Eco / dm Denkmit Nature). Diese unterscheiden sich meist durch:
- Verzicht auf Erdöl-basierte Tenside (stattdessen pflanzliche Basis).
- Verzicht auf Farb- und bedenkliche Konservierungsstoffe.
- Zertifizierungen wie der Blaue Engel oder das EU-Ecolabel.
4. Der Vergleich: Tab vs. Pulver
Aus ökologischer Sicht gewinnt fast immer das Pulver (in Kombination mit separat eingefülltem Salz und Klarspüler):
- Individuelle Dosierung: Man spart Chemie bei leicht verschmutztem Geschirr.
- Keine Plastikfolie: Pulver kommt meist im Pappkarton oder in Großpackungen.
- Getrennte Komponenten: Salz und Klarspüler werden nur dann abgegeben, wenn die Maschine sie wirklich braucht.
Fazit: Wie wäscht man am umweltfreundlichsten ab?
Wenn du Tabs verwenden möchtest, achte auf folgende Punkte:
- Wähle Öko-Tabs: Achte auf Siegel wie den Blauen Engel.
- Keine unnötige Vorwäsche: Das Geschirr per Hand vorzuspülen verschwendet unnötig Wasser. Grobe Reste in den Müll kratzen reicht.
- Eco-Programm nutzen: Auch wenn es länger dauert, verbraucht es weniger Strom und Wasser.
- Maschine voll machen: Ein Tab für zwei Teller ist reine Chemie-Verschwendung.
- Der Goldstandard: Steige auf Öko-Pulver um. Es ist meist günstiger, sauberer für die Umwelt und lässt sich besser dosieren.