Wie schützt ein Briefkasten die Post vor Witterungseinflüssen wie Regen oder Schnee?
Ein Briefkasten schützt die Post durch eine Kombination aus konstruktivem Design, physikalischen Barrieren und der Wahl der Materialien. Hier sind die wichtigsten Mechanismen im Detail:
1. Die Einwurfklappe (Die erste Barriere)
Die Klappe ist so konstruiert, dass sie den Einwurfschlitz vollständig abdeckt.
- Überlappung: Die Klappe ist meist etwas größer als der Schlitz selbst. Sie liegt bündig auf dem Gehäuse auf, sodass Regenwasser nach außen abgeleitet wird.
- Federmechanismus: Viele Klappen sind federbelastet. Das sorgt dafür, dass sie auch bei starkem Wind fest verschlossen bleiben und nicht aufklappen, wodurch Schlagregen eindringen könnte.
2. Das Regendach und der Überstand
Die Form des Briefkastens spielt eine entscheidende Rolle:
- Geneigtes Dach: Die meisten Briefkästen haben ein schräges Dach, damit Wasser sofort abfließen kann und sich keine Pfützen bilden.
- Dachüberstand: Das Dach ragt oft über die Vorderseite (mit der Klappe) hinaus. Wie ein Vordach beim Haus schützt dieser Überstand den empfindlichsten Bereich – den Einwurfschlitz – vor direktem vertikalem Regen.
3. Die Tropfkante (Wassernase)
Ein wichtiges Detail ist die sogenannte Tropfkante. Wasser hat die Eigenschaft, aufgrund der Oberflächenspannung an Unterseiten entlangzuwandern (Kapillareffekt). Eine Tropfkante ist eine kleine Kante oder Rinne an der Unterseite der Klappe oder des Dachs. Sie zwingt das Wasser, an einer definierten Stelle abzutropfen, anstatt in das Innere des Kastens zu kriechen.
4. Die Aufkantung am Einwurfschlitz
Wenn man die Klappe öffnet, sieht man oft, dass der untere Rand des Schlitzes nach oben gebogen ist (eine sogenannte Aufkantung). Selbst wenn Wasser unter die Klappe weht oder beim Öffnen der Klappe Wasser hineinläuft, wirkt diese Erhebung wie ein kleiner Damm, der verhindert, dass das Wasser ins Innere zur Post fließt.
5. Belüftung und Entwässerung im Boden
Kein Briefkasten ist zu 100 % luftdicht (und soll es auch nicht sein, da sich sonst Kondenswasser bildet).
- Ablauflöcher: Viele Modelle haben im Boden kleine Löcher. Sollte doch einmal Feuchtigkeit eindringen, kann diese nach unten abfließen.
- Abstandshalter: Die Post liegt oft nicht direkt auf dem Boden auf, sondern auf kleinen Noppen oder einem Gitter, damit sie nicht in eventuellem Schwitzwasser liegt.
6. Material und Dichtung
- Korrosionsschutz: Materialien wie Edelstahl, verzinktes und pulverbeschichtetes Stahlblech oder hochwertiger Kunststoff sorgen dafür, dass das Gehäuse nicht rostet und über Jahre hinweg dicht bleibt.
- Gummilippen: Hochwertige Briefkästen verfügen manchmal über zusätzliche Gummidichtungen an der Klappe oder der Entnahmetür, um den Schutz zu erhöhen.
Worauf man beim Kauf achten sollte (Normen):
In Europa gibt es die DIN EN 13724. Briefkästen, die dieser Norm entsprechen, müssen einen Test auf Wasserdichtigkeit bestehen. Dabei wird geprüft, ob die Post nach einem simulierten Regenguss trocken bleibt.
Zusammenfassend: Der Schutz beruht darauf, das Wasser durch Schwerkraft und geschickte Kantenführung gar nicht erst an die Post heranzulassen und eingedrungene Feuchtigkeit schnell wieder abzuführen.