Wie lassen sich Schmerzen im Handgelenk durch eine falsche Haltung an der Tastatur vermeiden?
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Schmerzen im Handgelenk beim Tippen entstehen meist durch eine dauerhafte Fehlstellung, die Sehnen und Nerven (wie im Karpaltunnel) reizt. Man spricht oft vom sogenannten RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injury) oder dem „Mausarm“.
Hier sind die wichtigsten Maßnahmen, um Schmerzen durch eine falsche Haltung zu vermeiden:
1. Die neutrale Handgelenkstellung (Das wichtigste Prinzip)
Das Ziel ist es, die Handgelenke so gerade wie möglich zu halten.
- Kein Abknicken nach oben: Viele Menschen nutzen die kleinen Standfüße an der Rückseite der Tastatur. Das ist ergonomisch ungünstig, da die Handgelenke dadurch nach oben gebogen werden. Lösung: Klappen Sie die Füße ein. Die Tastatur sollte flach liegen oder sogar leicht nach vorne abfallen (Negative Tilt).
- Kein Abknicken zur Seite: Die Hände sollten in einer Linie mit den Unterarmen stehen. Oft knicken wir die Hände nach außen ab, um die Tasten zu erreichen.
2. Die richtige Höhe von Tisch und Stuhl
- 90-Grad-Regel: Stellen Sie Ihren Stuhl so ein, dass Ihre Oberarme locker nach unten hängen und die Unterarme einen Winkel von etwa 90 bis 100 Grad zum Oberarm bilden.
- Ebene Fläche: Die Unterarme sollten locker auf dem Tisch oder den Armlehnen aufliegen können, ohne dass die Schultern hochgezogen werden müssen.
3. Ergonomische Hilfsmittel
- Handballenauflage: Eine weiche Unterlage vor der Tastatur kann helfen, den Höhenunterschied auszugleichen, damit die Handgelenke nicht auf der harten Tischkante aufliegen oder durchhängen.
- Ergonomische Tastaturen: Es gibt geteilte Tastaturen (Split-Keyboards), die in der Mitte leicht angewinkelt oder gewölbt sind. Diese erzwingen eine natürlichere Handhaltung.
- Vertikale Maus: Oft strahlen Schmerzen von der Mausbedienung ins Handgelenk aus. Eine vertikale Maus bringt die Hand in eine natürliche „Handschlag-Position“ und entlastet den Unterarm.
4. Die richtige Tipp-Technik
- Locker lassen: Schlagen Sie die Tasten nicht mit Gewalt an. Moderne Tastaturen benötigen nur sehr wenig Druck.
- Hände schweben lassen: Idealerweise sollten die Hände beim Tippen leicht über der Tastatur „schweben“ (ähnlich wie beim Klavierspielen), anstatt die Handballen fest in eine Unterlage zu drücken. Das gibt den Sehnen mehr Bewegungsfreiheit.
5. Pausen und Dehnübungen
Das Handgelenk ist nicht für stundenlange statische Belastung gemacht.
- Ausschütteln: Alle 30 Minuten die Hände kurz hängen lassen und locker ausschütteln.
- Dehnen: Strecken Sie den Arm aus, die Handfläche zeigt nach vorne (wie ein Stopp-Schild), und ziehen Sie die Fingerspitzen mit der anderen Hand sanft zum Körper. Halten Sie das für 15-20 Sekunden. Wiederholen Sie das mit der Handfläche nach innen gebeugt.
- 20-20-20 Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in 20 Fuß (ca. 6 Meter) Entfernung schauen und dabei kurz die Hände bewegen.
6. Arbeitsplatz-Checkliste
- Monitorhöhe: Wenn der Monitor zu niedrig steht, sackt der ganze Körper zusammen, was auch die Haltung der Arme negativ beeinflusst. Die Oberkante des Bildschirms sollte etwa auf Augenhöhe sein.
- Abstand: Die Tastatur sollte etwa 10 bis 15 cm vom Tischrand entfernt stehen, damit genug Platz zum Ablegen der Handballen während der Tipp-Pausen bleibt.
Wichtig: Wenn Sie bereits ein kribbelndes Gefühl, Taubheit (vor allem im Daumen, Zeige- und Mittelfinger) oder stechende Schmerzen haben, sollten Sie einen Orthopäden aufsuchen, um ein Karpaltunnelsyndrom oder eine Sehnenscheidenentzündung auszuschließen. Prävention ist einfacher als Heilung!