Wie lange dauert ein durchschnittlicher Ladevorgang eines Elektroautos an einer 11-kW-Wallbox im Vergleich zu einem 350-kW-Ultra-Schnelllader?

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Die Ladedauer eines Elektroautos hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem von der Batteriekapazität und der Ladeleistung des Fahrzeugs.

Um einen realistischen Vergleich zu ziehen, nehmen wir ein durchschnittliches Elektroauto mit einer 60-kWh-Batterie (ein gängiger Wert für Mittelklassewagen wie das Tesla Model 3, den VW ID.3 oder den Hyundai IONIQ 5) und einer Ladung von 10 % auf 80 %.

Hier ist der Vergleich:

1. Die 11-kW-Wallbox (AC-Laden)

Die Wallbox ist die typische Lösung für zu Hause oder den Arbeitsplatz. Hier wird Wechselstrom (AC) geladen.

  • Ladedauer (10–80 %): ca. 4 bis 5 Stunden.
  • Ladedauer (0–100 %): ca. 6 bis 7 Stunden.
  • Besonderheit: Da die meisten E-Autos Wechselstrom mit maximal 11 kW aufnehmen können, wird die Leistung der Wallbox voll ausgenutzt. Das Laden ist schonend für den Akku und ideal über Nacht oder während der Arbeitszeit.

2. Der 350-kW-Ultra-Schnelllader (DC-Laden)

Diese Stationen (HPC – High Power Charging), wie man sie oft an Autobahnen findet (z. B. Ionity), liefern Gleichstrom (DC).

  • Ladedauer (10–80 %): ca. 18 bis 30 Minuten.
  • Besonderheit: Hier gibt es ein wichtiges "Aber": Kaum ein aktuelles Auto kann die vollen 350 kW tatsächlich aufnehmen.
    • Top-Modelle mit 800-Volt-System (z. B. Porsche Taycan, Hyundai IONIQ 5/6, Kia EV6) laden mit bis zu 230–270 kW. Sie brauchen ca. 18 Minuten.
    • Gängige Mittelklassewagen laden oft mit 100 bis 150 kW. Sie brauchen ca. 30 Minuten.
    • Ab 80 % Ladestand sinkt die Geschwindigkeit drastisch ab, um den Akku zu schützen. Deshalb vergleicht man beim Schnellladen meist nur den Bereich bis 80 %.

Der direkte Vergleich (Zusammenfassung)

Merkmal 11-kW-Wallbox (Zuhause) 350-kW-Schnelllader (Autobahn)
Stromart Wechselstrom (AC) Gleichstrom (DC)
Dauer (10-80 %) ca. 4,5 Stunden ca. 20–30 Minuten
Häufigste Nutzung Über Nacht / beim Parken Auf Langstrecken
Akkuschonung Sehr hoch Höhere Belastung durch Hitze
Kosten Günstig (Hausstrom) Teurer (Provider-Preise)

Wovon hängt die Dauer zusätzlich ab?

  1. Die Ladekurve: Ein Auto lädt nicht konstant mit der maximalen Leistung. Je voller der Akku, desto langsamer wird der Ladevorgang (ähnlich wie ein Stadion, das sich füllt – die letzten Zuschauer brauchen länger, um ihre Plätze zu finden).
  2. Die Temperatur: Im Winter ist der Akku oft zu kalt, um schnell zu laden. Moderne Autos heizen den Akku vor (Pre-Conditioning), wenn man die Ladesäule im Navi als Ziel eingibt.
  3. Das On-Board-Ladegerät: Bei der Wallbox bestimmt das im Auto verbaute Ladegerät die Geschwindigkeit. Manche älteren oder kleineren E-Autos können AC nur mit 7,4 kW oder gar 3,7 kW laden – dann verdoppelt oder verdreifacht sich die Zeit an der Wallbox.