Wie lässt sich verhindern, dass Unbefugte durch den Einwurfschlitz in den Briefkasten greifen können?

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Das sogenannte „Postfischen“ (Hineingreifen oder Angeln mit Hilfsmitteln wie Draht) ist ein bekanntes Problem. Um den Briefkasten gegen unbefugten Zugriff zu sichern, gibt es verschiedene mechanische und organisatorische Möglichkeiten:

1. Mechanische Nachrüstung (Die effektivste Methode)

Wenn Sie Ihren vorhandenen Briefkasten behalten wollen, können Sie ihn mit kleinen Bauteilen sichern:

  • Zackenleiste (Entnahmeschutz): Dies ist eine Metallleiste mit spitzen Zacken (ähnlich einem Kamm), die innen hinter dem Einwurfschlitz montiert wird. Sie verhindert, dass man die Hand flach hineinschieben kann, und erschwert das Herausziehen von Briefen mit Drahtschlingen, da sich die Post darin verfängt.
  • Entnahmeschutz-Blech (Prallblech): Ein schräg nach unten geneigtes Blech im Inneren sorgt dafür, dass die Post in einen Bereich fällt, der vom Schlitz aus nicht mehr direkt mit der Hand erreichbar ist. Es schafft eine Art „Labyrinth-Effekt“.
  • Bürstendichtungen: Diese dienen primär dem Windschutz, erschweren aber auch die Sicht in den Kasten und machen das Hantieren mit Angel-Werkzeugen deutlich mühsamer.
  • Verengung des Einwurfschlitzes: Es gibt Einsätze, die den Schlitz verkleinern. Vorsicht: Das kann dazu führen, dass dickere Kataloge oder DIN-C4-Umschläge nicht mehr hineinpassen und vom Postboten dann halb herausragend stecken gelassen werden – was das Diebstahlrisiko massiv erhöht.

2. Die Wahl des richtigen Briefkastens (Neuanschaffung)

Falls Sie einen neuen Briefkasten kaufen, achten Sie auf folgende Merkmale:

  • DIN EN 13724 Norm: Achten Sie darauf, dass der Briefkasten dieser Norm entspricht. Sie schreibt unter anderem vor, dass eine Entnahme der Post durch den Einwurfschlitz ohne Hilfsmittel nicht möglich sein darf.
  • Tiefe und Bauform: Vertikale Briefkästen oder sehr tiefe Modelle sind sicherer als flache, da die Post tiefer nach unten fällt und somit außer Reichweite gerät.
  • Paketbriefkästen mit Klappenmechanismus: Diese haben oft eine mechanische Sperre (Fallklappe). Wenn die Klappe oben geöffnet wird, schließt sich der Boden zum Lagerfach. Wird die Klappe geschlossen, fällt die Post nach unten. Ein Hineingreifen ist hier fast unmöglich.

3. Organisatorische Maßnahmen

Technik allein hilft nicht immer, wenn der Kasten überquillt:

  • Regelmäßige Leerung: Ein voller Briefkasten ist das Hauptziel. Die Post liegt dann direkt unter dem Schlitz und kann leicht gegriffen werden.
  • Lagerservice bei Abwesenheit: Wenn Sie im Urlaub sind, lassen Sie die Post bei der Post lagern oder von Nachbarn täglich leeren. Ein überfüllter Briefkasten signalisiert zudem: „Niemand zu Hause“.
  • Keine „Bitte keine Werbung“-Aufkleber sparen: Weniger Müll im Kasten bedeutet, dass die wichtige Post tiefer am Boden liegt und schwerer erreichbar ist.

4. Technische Überwachung

  • Briefkasten-Sensor: Es gibt einfache Smart-Home-Sensoren (Erschütterungssensoren oder Kontaktsensoren), die eine Nachricht aufs Handy schicken, sobald die Klappe geöffnet wird. So bemerken Sie einen unbefugten Zugriff in Echtzeit.
  • Videoüberwachung: Eine (legal angebrachte) Kamera oder eine Video-Türklingel mit Blick auf den Briefkasten wirkt oft abschreckend.

Zusammenfassung: Was ist am besten?

Die Kombination aus einer Zackenleiste und einem Modell nach DIN EN 13724 bietet den besten Schutz gegen Gelegenheitsdiebe. Wenn Sie in einer Gegend mit hoher Kriminalität wohnen, ist ein Paketbriefkasten mit Rückholsperre die sicherste Wahl.

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