Wie funktioniert der namensgebende Spiegelmechanismus beim Auslösen?

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Der namensgebende Spiegelmechanismus einer Spiegelreflexkamera (SLR oder DSLR) sorgt dafür, dass der Fotograf genau das sieht, was später auf dem Foto landet, obwohl der Sensor (oder Film) währenddessen verdeckt ist.

Hier ist der schrittweise Ablauf des Mechanismus beim Auslösen:

1. Die Ruheposition (Vor dem Auslösen)

Solange du nicht auf den Auslöser drückst, befindet sich der Spiegel in einem 45-Grad-Winkel direkt hinter dem Objektiv.

  • Das Licht fällt durch das Objektiv auf den Spiegel.
  • Der Spiegel lenkt das Licht nach oben auf eine Mattscheibe.
  • Von dort wird das Bild durch ein Pentaprisma (oder einen Spiegelsucher) umgelenkt und seitenrichtig in den Sucher geworfen.
  • Wichtig: In diesem Moment ist der Bildsensor (oder Film) noch durch den Verschluss verdeckt und bekommt kein Licht ab.

2. Der Auslösevorgang (Der "Spiegelschlag")

Sobald du den Auslöser ganz durchdrückst, passiert eine extrem schnelle Kettenreaktion:

  1. Hochklappen: Der Spiegel klappt blitzschnell nach oben (daher das typische „Klack“-Geräusch). Er dichtet gleichzeitig den Sucher ab, damit von dort kein Streulicht eindringt.
  2. Dunkelphase: In diesem Moment wird es im Sucher schwarz, da das Licht nun nicht mehr nach oben umgelenkt wird, sondern geradeaus Richtung Sensor fließen kann.
  3. Öffnen des Verschlusses: Erst wenn der Spiegel oben ist, öffnet sich der Verschlussvorhang. Das Licht trifft nun direkt auf den Sensor (oder Film) – das Foto wird belichtet.
  4. Schließen des Verschlusses: Nach der eingestellten Belichtungszeit schließt sich der Verschluss wieder.

3. Rückkehr in die Ausgangslage

Sobald die Belichtung beendet ist, klappt der Spiegel automatisch wieder in seine 45-Grad-Position nach unten. Das Bild ist nun wieder im Sucher sichtbar, und die Kamera ist bereit für das nächste Foto.


Warum macht man das überhaupt? (Vorteile)

  • Parallaxenfreiheit: Im Gegensatz zu alten Sucherkameras blickt man direkt durch das Objektiv. Man sieht also exakt den Bildausschnitt und die Schärfe, die auch auf dem Sensor ankommen.
  • Optisches Bild: Man sieht das reale Licht in Echtzeit, ohne digitale Verzögerung (im Gegensatz zu elektronischen Suchern bei spiegellosen Kameras).

Die Nachteile des Mechanismus

  • Erschütterung: Das schnelle Hochklappen (Spiegelschlag) kann bei langen Belichtungszeiten zu minimalen Verwacklungen führen.
  • Blackout: Während des Fotos sieht der Fotograf für einen Bruchteil der Sekunde nichts (das Bild wird schwarz).
  • Baugröße: Der Spiegel benötigt Platz („Spiegelkasten“), weshalb DSLR-Kameras meist klobiger sind als moderne spiegellose Systemkameras (DSLM).
  • Verschleiß: Der Mechanismus ist mechanisch komplex und kann nach vielen tausend Auslösungen verschleißen.

Zusammenfassend: Der Spiegel ist eine Art "optische Weiche", die das Licht zwischen dem menschlichen Auge (Sucher) und dem Aufnahmemedium (Sensor) hin- und herschaltet.