Wie beeinflusst eine Milchsäure-Kur den natürlichen pH-Wert des Körpers?

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Eine Milchsäure-Kur beeinflusst den pH-Wert des Körpers nicht „überall“ gleich, sondern wirkt gezielt lokal dort, wo sie angewendet wird. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass solche Kuren den pH-Wert des gesamten Organismus (z. B. des Blutes) grundlegend verändern könnten.

Hier ist die detaillierte Erklärung, wie eine Milchsäure-Kur in verschiedenen Bereichen wirkt:

1. Die wichtigste Unterscheidung: Lokaler vs. systemischer pH-Wert

Der menschliche Körper hat keinen einheitlichen pH-Wert. Während das Blut leicht basisch ist (ca. 7,35 bis 7,45), benötigen andere Bereiche ein saures Milieu, um gesund zu bleiben. Eine Milchsäure-Kur zielt darauf ab, ein saures Milieu dort wiederherzustellen, wo es natürlich hingehört.

2. Wirkung im Intimbereich (Häufigster Anwendungsfall)

Die Scheidenflora ist natürlicherweise sauer (pH-Wert 3,8 bis 4,4). Dies wird durch Laktobazillen (Milchsäurebakterien) aufrechterhalten, die Glykogen in Milchsäure umwandeln.

  • Wirkweise der Kur: Wenn das Gleichgewicht gestört ist (z. B. durch Antibiotika, übertriebene Hygiene oder Hormonschwankungen), steigt der pH-Wert an (er wird basischer). Dies macht den Bereich anfällig für Infektionen (Pilze, bakterielle Vaginose).
  • Einfluss: Die Kur führt direkt Milchsäure zu oder fördert das Wachstum von Laktobazillen. Dadurch sinkt der lokale pH-Wert wieder in den sauren Bereich. Dies verdrängt schädliche Keime, die in saurer Umgebung nicht überleben können.

3. Wirkung im Magen-Darm-Trakt

Milchsäure-Kuren in Form von Probiotika oder fermentierten Lebensmitteln (wie Sauerkrautsaft oder Rechtsregulat) wirken im Darm.

  • Wirkweise: Die Milchsäurebakterien besiedeln den Darm und produzieren dort organische Säuren.
  • Einfluss: Dies senkt den pH-Wert im Dickdarm leicht ab. Ein leicht saures Milieu im Darm fördert die Aufnahme von Mineralstoffen und hemmt sogenannte Fäulnisbakterien, die eher ein basisches Milieu bevorzugen. Es unterstützt also die natürliche Barrierefunktion des Darms.

4. Wirkung auf der Haut

In der Kosmetik werden Milchsäure-Kuren (AHA-Säuren) eingesetzt.

  • Wirkweise: Die Haut hat einen natürlichen Säureschutzmantel (pH-Wert ca. 5,5).
  • Einfluss: Eine Milchsäure-Kur stabilisiert diesen sauren Schutzmantel. Sie hilft, abgestorbene Hautschüppchen zu lösen und die Feuchtigkeitsspeicherung zu verbessern, ohne den pH-Wert des restlichen Körpers zu beeinflussen.

5. Warum es den Blut-pH-Wert NICHT verändert

Manche Menschen befürchten, dass „Säure“-Kuren den Körper „übersäuern“. Das ist bei Milchsäure nicht der Fall:

  • Puffersysteme: Der Körper verfügt über extrem effiziente Puffersysteme (Lunge, Nieren, Blutpuffer), die den Blut-pH-Wert streng konstant halten.
  • Metabolisierung: Milchsäure (Laktat), die aufgenommen wird, wird vom Stoffwechsel (hauptsächlich in der Leber) abgebaut oder zur Energiegewinnung genutzt. Sie führt nicht zu einer systemischen Übersäuerung.

Zusammenfassung

Eine Milchsäure-Kur hilft dem Körper, lokale natürliche Barrieren (vor allem in der Vagina und im Darm) wieder aufzubauen, indem sie den pH-Wert dort absenkt (ansäuert).

Wann ist eine Kur sinnvoll?

  • Nach einer Antibiotika-Behandlung.
  • Bei wiederkehrenden Infektionen im Intimbereich.
  • Zur Unterstützung der Verdauung und des Immunsystems.
  • Bei gestörter Hautbarriere.

Hinweis: Wenn Sie eine Milchsäure-Kur zur Behandlung von Beschwerden in Erwägung ziehen, ist es ratsam, dies vorher mit einem Arzt oder Apotheker abzuklären, um die Ursache der Beschwerden zu bestimmen.

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