Wie beeinflusst die Anzahl der Ladezyklen die maximale Leistungsfähigkeit eines Akkus?

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Die Anzahl der Ladezyklen ist einer der entscheidenden Faktoren für die Alterung eines Akkus (meist Lithium-Ionen-Akkus). Mit jedem Zyklus finden chemische und physikalische Veränderungen im Inneren statt, die die Leistungsfähigkeit dauerhaft mindern.

Man unterscheidet dabei im Wesentlichen zwischen zwei Arten von Verlusten: dem Kapazitätsverlust und dem Anstieg des Innenwiderstands.

Hier ist die detaillierte Erklärung, wie die Ladezyklen die Leistungsfähigkeit beeinflussen:

1. Chemische Abnutzung (Die SEI-Schicht)

Bei jedem Lade- und Entladevorgang wandern Lithium-Ionen zwischen der Anode und der Kathode hin und her. Dabei bildet sich an der Anode eine dünne Grenzschicht, die sogenannte SEI (Solid Electrolyte Interphase).

  • Der Effekt: Mit jedem Zyklus wird diese Schicht dicker. Sie verbraucht dabei aktives Lithium, das dann nicht mehr für den Stromfluss zur Verfügung steht.
  • Die Folge: Die Menge an Energie, die der Akku speichern kann, sinkt (Kapazitätsverlust).

2. Anstieg des Innenwiderstands (Power-Verlust)

Dies ist der Aspekt, der die "Spritzigkeit" oder die maximale Leistungsabgabe des Akkus betrifft. Durch die oben genannte SEI-Schicht und winzige Risse in den Elektroden wird es für die Ionen immer schwieriger, sich schnell zu bewegen.

  • Der Effekt: Der elektrische Widerstand im Inneren des Akkus steigt.
  • Die Folge: Wenn das Gerät viel Leistung anfordert (z. B. beim Starten eines Motors oder bei rechenintensiven Apps am Smartphone), bricht die Spannung ein. Der Akku kann nicht mehr so viel Strom pro Sekunde liefern wie im Neuzustand. Das Gerät schaltet sich unter Last eventuell sogar ab, obwohl die Anzeige noch 20 % Restkapazität zeigt.

3. Mechanische Belastung

Beim Laden dehnt sich das Material der Elektroden leicht aus, beim Entladen zieht es sich zusammen.

  • Der Effekt: Nach Hunderten von Zyklen entstehen mikroskopisch kleine Risse im Elektrodenmaterial.
  • Die Folge: Teile des Materials verlieren den Kontakt zum Stromkreis. Die aktive Fläche verkleinert sich, was sowohl die Kapazität als auch die Belastbarkeit weiter reduziert.

4. Was bedeutet das in der Praxis?

Die meisten modernen Akkus sind auf eine bestimmte Anzahl von Vollzyklen (einmal 0 auf 100 % oder zwei halbe Ladungen) ausgelegt:

  • Smartphone-Akkus: Verlieren oft nach ca. 500 bis 800 Zyklen etwa 20 % ihrer ursprünglichen Kapazität.
  • E-Auto-Akkus: Sind robuster und halten oft 1.500 bis 3.000 Zyklen, bevor sie unter die kritische Marke von 70-80 % Kapazität fallen.

Faktoren, die den Verschleiß pro Zyklus beschleunigen:

Nicht jeder Zyklus ist gleich schädlich. Die Leistungsfähigkeit sinkt schneller, wenn:

  1. Tiefe Entladungen: Den Akku immer auf 0 % zu fahren, stresst die Chemie extrem.
  2. Hohe Temperaturen: Wärme beschleunigt die chemischen Zersetzungsprozesse massiv.
  3. Schnellladen: Hohe Ströme führen zu mehr Hitze und mechanischem Stress im Akku.

Zusammenfassung

Mit zunehmender Anzahl der Ladezyklen wird der Akku nicht nur "kleiner" (weniger Laufzeit), sondern auch "schwächer" (geringere Spitzenleistung). Er liefert weniger Energie pro Ladung und kann hohe Ströme weniger stabil bereitstellen, was letztlich zum Lebensende des Akkus führt.

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