Weshalb leuchten einige LED-Lampen schwach weiter, obwohl der Lichtschalter ausgeschaltet ist?
Das Phänomen, dass LED-Lampen nach dem Ausschalten schwach weiterleuchten oder in regelmäßigen Abständen kurz aufblitzen, ist weit verbreitet. Das liegt vor allem daran, dass LEDs im Gegensatz zu alten Glühbirnen extrem effizient sind: Schon winzigste Mengen an elektrischer Energie reichen aus, um sie zum Leuchten zu bringen.
Hier sind die Hauptgründe für dieses „Nachglühen“:
1. Kapazitive Kopplung (Induktion)
Dies ist die häufigste Ursache. Wenn Stromkabel über längere Strecken parallel in der Wand verlaufen, wirkt dies wie ein Kondensator. Die spannungsführende Leitung (die Phase) überträgt durch ein elektrisches Feld eine geringe Spannung auf die ausgeschaltete Leitung der Lampe.
- Der Effekt: Obwohl der Schalter aus ist, fließt ein minimaler „Kriechstrom“ zur LED, der ausreicht, um sie schwach leuchten zu lassen.
2. Lichtschalter mit Orientierungslicht
Viele Lichtschalter haben eine kleine eingebaute Glimmlampe, damit man den Schalter im Dunkeln findet.
- Das Problem: Diese Glimmlampe ist oft so geschaltet, dass ein geringer Stromkreis auch bei ausgeschaltetem Schalter geschlossen bleibt. Bei einer alten Glühbirne floss dieser Strom einfach durch den Glühdraht, ohne dass etwas passierte. Bei einer LED führt dieser geringe Strom jedoch dazu, dass sie leuchtet oder blinkt.
3. Falsch angeschlossener Schalter (Vertauschen von Phase und Nullleiter)
Ein klassischer Installationsfehler: Der Lichtschalter unterbricht nicht die Phase (den stromführenden Leiter), sondern den Neutralleiter (Nullleiter).
- Die Folge: An der Fassung der Lampe liegt weiterhin die volle Spannung an. Die LED kann sich dann über winzige Ableitströme (z. B. über das Gehäuse oder die Decke) einen Weg zur Erde suchen und glimmen. Achtung: Das ist auch ein Sicherheitsrisiko, da die Fassung unter Spannung steht, obwohl das Licht „aus“ ist!
4. Elektronische Schalter, Dimmer oder Bewegungsmelder
Viele moderne Dimmer oder smarte Schalter benötigen für ihre eigene Elektronik (z. B. für den Funkempfänger) eine ständige Stromversorgung. Sie lassen daher oft einen minimalen Strom durch den Stromkreis fließen, was die LED zum Leuchten bringt.
Ist das gefährlich oder teuer?
- Gefährlich? In der Regel nein (außer bei Grund Nr. 3, der Fehlverkabelung). Die Ströme sind extrem gering.
- Teuer? Nein. Der Stromverbrauch ist so minimal, dass er auf der Stromrechnung kaum messbar ist (meist deutlich unter einem Euro pro Jahr).
- Lebensdauer? Das ständige schwache Glimmen schadet der LED normalerweise nicht nennenswert. Ein ständiges Blitzen kann jedoch die Elektronik der LED auf Dauer belasten.
Was kann man dagegen tun?
- Leuchtmittel tauschen: Manchmal hilft es, eine LED eines anderen Herstellers zu verwenden. Manche haben einen eingebauten Widerstand, der dieses Glimmen verhindert.
- Kondensator einbauen (Grundlastmodul): Ein Elektriker kann einen sogenannten RC-Löschkondensator (auch Grundlastelement genannt) parallel zur Lampe einbauen. Dieser „schluckt“ den Kriechstrom, bevor er die LED erreicht.
- Schalter prüfen: Wenn eine Glimmlampe im Schalter die Ursache ist, kann man diese ausbauen oder den Schalter gegen ein Modell ohne Kontrollleuchte tauschen.
- Verkabelung prüfen: Ein Elektriker sollte sicherstellen, dass der Schalter tatsächlich die Phase trennt und nicht den Neutralleiter.