Warum verfälschen manche LED-Lampen die Farbwahrnehmung von Gegenständen im Raum?

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Dass manche LED-Lampen Farben „falsch“ oder unnatürlich erscheinen lassen, liegt an der Art und Weise, wie sie weißes Licht erzeugen. Um das zu verstehen, muss man sich die Physik des Lichts und die Technik der LED ansehen.

Hier sind die Hauptgründe für die Verfälschung der Farbwahrnehmung:

1. Das unvollständige Farbspektrum

Sonnenlicht oder das Licht einer alten Glühbirne enthält alle Farben des Regenbogens (ein kontinuierliches Spektrum). Wenn dieses Licht auf einen Gegenstand trifft, werden genau die Farben reflektiert, die der Gegenstand hat. Ein roter Apfel sieht rot aus, weil das Licht rote Wellenlängen enthält, die der Apfel zurückwerfen kann.

Eine Standard-LED ist jedoch eigentlich eine blaue LED, die mit einer gelblichen Phosphorschicht überzogen ist. Das Weiß, das wir sehen, ist eine Mischung aus Blau und Gelb. In diesem Licht fehlen oft bestimmte Wellenlängen, vor allem im tiefroten Bereich.

  • Die Folge: Wenn das Licht kein „echtes“ Rot enthält, kann der rote Apfel dieses Rot nicht reflektieren. Er wirkt dann eher bräunlich, gräulich oder matt.

2. Der Farbwiedergabeindex (CRI oder Ra)

Die Qualität der Farbwiedergabe wird mit dem CRI (Color Rendering Index) oder Ra-Wert gemessen. Der Maximalwert ist 100 (entspricht dem Sonnenlicht).

  • Günstige LEDs haben oft nur einen CRI von 80. Das reicht für den Flur oder den Keller, aber in der Küche oder im Bad wirken Hauttöne oder Lebensmittel damit oft „kränklich“ oder blass.
  • Hochwertige LEDs haben einen CRI von über 90 oder sogar 97. Sie verwenden bessere Leuchtstoffe (Phosphormischungen), die das Spektrum vervollständigen.

3. Die „R9-Lücke“

Der Standard-CRI-Wert wird aus dem Durchschnitt von acht Testfarben berechnet. Diese Testfarben sind jedoch eher pastellig. Die gesättigten Farben, insbesondere reines Rot (genannt R9), sind im Standard-CRI oft gar nicht enthalten. Viele Hersteller optimieren ihre Lampen so, dass sie auf dem Papier einen guten Ra-Wert von 80 haben, aber beim wichtigen R9-Wert (Rot) fast bei Null liegen. Da menschliche Hauttöne und viele Lebensmittel rote Anteile haben, wirken sie unter solchen Lampen besonders unnatürlich.

4. Metamerie

Dieses Phänomen beschreibt, dass zwei Farben unter einer Lichtquelle (z. B. Tageslicht) identisch aussehen, unter einer anderen (z. B. billige LED) aber völlig verschieden. Da das Gehirn versucht, Farbunterschiede auszugleichen, bemerken wir oft erst im direkten Vergleich oder beim Verlassen des Raumes, dass die Farbwahrnehmung getäuscht wurde.

5. Die Farbtemperatur (Kelvin)

Auch die Lichtfarbe selbst beeinflusst die Wahrnehmung. Eine „kaltweiße“ LED (hoher Blauanteil) lässt warme Farben wie Gelb, Orange und Rot stumpf wirken, während „warmweißes“ Licht diese Töne betont, aber Blau- und Grüntöne verfälschen kann.

Zusammenfassung: Worauf sollte man beim Kauf achten?

Wenn Sie möchten, dass Farben im Raum (Kleidung, Essen, Make-up) natürlich aussehen, sollten Sie auf zwei Dinge achten:

  1. CRI / Ra-Wert: Er sollte mindestens 90 betragen (steht meist klein auf der Packung).
  2. Anwendungsbereich: Für Wohnräume und Spiegel ist ein hoher CRI essenziell; in der Garage oder im Treppenhaus ist er weniger wichtig.

Fazit: Die Verfälschung liegt also nicht an der LED-Technik an sich, sondern an der Qualität der verwendeten Leuchtstoffe, die darüber entscheiden, wie lückenhaft oder vollständig das abgestrahlte Farbspektrum ist.