Wer gilt historisch als der Erfinder des Wiener Würstchens?

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Historisch gilt der Metzger Johann Georg Lahner (1772–1845) als der Erfinder des Wiener Würstchens.

Hier sind die wichtigsten Details zu seiner Geschichte:

  1. Herkunft und Ausbildung: Lahner stammte ursprünglich aus Gasseldorf in Oberfranken (Bayern). Er erlernte das Metzgerhandwerk in Frankfurt am Main, wo er die traditionellen „Frankfurter Würstchen“ kennenlernte. Diese bestanden damals jedoch ausschließlich aus Schweinefleisch.
  2. Umzug nach Wien: Um 1800 zog Lahner nach Wien. Mit einem kleinen Startkapital von 200 Gulden, das er von einer Gönnerin geliehen hatte, eröffnete er 1804 eine eigene Selcherei (Metzgerei) im 7. Wiener Gemeindebezirk (Neubau).
  3. Die Innovation (1805): In Frankfurt war es den Metzgern aufgrund strenger Zunftregeln untersagt, Rind- und Schweinefleisch in einer Wurst zu mischen. In Wien gab es diese strikte Trennung nicht. Lahner experimentierte und füllte eine Mischung aus fein gecuttertem Rind- und Schweinefleisch in dünne Schafsdärme, räucherte sie leicht und brühte sie anschließend.
  4. Der Name: Am 15. Mai 1805 bot er diese Würstchen zum ersten Mal an. Da er sein Handwerk in Frankfurt gelernt hatte, nannte er sie „Lahners Frankfurter Würstchen“.

Warum die Namensverwirrung?

Dass die Wurst heute zwei Namen hat, liegt an der Perspektive:

  • In Österreich (und besonders in Wien) nennt man sie bis heute „Frankfurter“, weil Lahner sie so benannte, um auf seine Lehrzeit in Frankfurt anzuspielen.
  • In Deutschland (und dem Rest der Welt) nennt man sie „Wiener Würstchen“, um sie von den reinen Schweinefleisch-Würstchen aus Frankfurt abzugrenzen und ihren tatsächlichen Entstehungsort Wien zu würdigen.

In Wien erinnert heute eine Gedenktafel an Lahners ehemaligem Laden in der Schottenfeldgasse an die Erfindung der berühmten Wurst.