Welches Infektionsrisiko besteht, wenn die Zeckenzange zu weit oben am Körper angesetzt wird?

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Wenn eine Zeckenzange (oder Pinzette) zu weit oben – also am vollgesogenen Hinterleib der Zecke statt direkt am Kopf – angesetzt wird, erhöht sich das Infektionsrisiko erheblich.

Das sind die Gründe dafür:

1. Der „Ausquetsch-Effekt“

Der Körper der Zecke enthält den Magen-Darm-Trakt, in dem sich Krankheitserreger wie Borrelien befinden. Wenn du die Zecke am Hinterleib zusammendrückst, wirkt das wie bei einer Tube Zahnpasta: Der infektiöse Mageninhalt und Speichel der Zecke werden direkt in die Bisswunde (und damit in deine Blutbahn) gedrückt.

2. Beschleunigte Übertragung

  • Borreliose: Normalerweise dauert es 12 bis 24 Stunden, bis Borrelien vom Darm der Zecke in den Wirt wandern. Durch das Quetschen können diese Erreger jedoch sofort übertragen werden.
  • FSME: Das FSME-Virus sitzt zwar hauptsächlich in den Speicheldrüsen der Zecke (und wird oft sofort beim Biss übertragen), aber auch hier kann mechanischer Druck die Menge des injizierten Speichels erhöhen.

3. Stressreaktion der Zecke

Wird die Zecke am Körper gequetscht oder gereizt, gerät sie unter Stress. In dieser Stresssituation sondert sie vermehrt Speichel und Darminhalt ab, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Viren oder Bakterien übertragen werden.

4. Risiko des Abreißens

Wenn man die Zecke zu weit oben greift, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Körper abreißt und die Beißwerkzeuge (oft fälschlicherweise als „Kopf“ bezeichnet) in der Haut stecken bleiben.

  • Wichtig zu wissen: Die steckengebliebenen Reste sind meist unbedenklich und erhöhen das Risiko für Borreliose nicht weiter, da die Erreger im Körper der Zecke saßen. Sie können jedoch eine lokale Entzündung (Fremdkörperreaktion) auslösen.

Wie man es richtig macht:

  1. Tief ansetzen: Die Zeckenzange oder Pinzette so nah wie möglich an der Hautoberfläche ansetzen (direkt an den Mundwerkzeugen).
  2. Nicht quetschen: Den Hinterleib der Zecke auf keinen Fall zusammendrücken.
  3. Kontrolliert ziehen: Die Zecke langsam und gerade herausziehen. Ruckartige Bewegungen oder Drehen sollten vermieden werden, um das Risiko des Abreißens zu minimieren.
  4. Desinfizieren: Die Einstichstelle nach der Entfernung gründlich mit Alkohol oder Jod desinfizieren.

Wann zum Arzt? Beobachte die Einstichstelle in den nächsten Tagen und Wochen. Wenn eine ringförmige Rötung auftritt (Wanderröte) oder wenn du grippeähnliche Symptome (Fieber, Gliederschmerzen) bekommst, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen.

Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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