Welchen Einfluss hat der regelmäßige Verzehr von Schokoriegeln auf die Entstehung von Karies?
Der regelmäßige Verzehr von Schokoriegeln hat einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Karies. Dabei spielt nicht nur die Menge des enthaltenen Zuckers eine Rolle, sondern vor allem die Beschaffenheit des Riegels und die Häufigkeit des Konsums.
Hier sind die wichtigsten Faktoren im Detail erklärt:
1. Zucker als Brennstoff für Bakterien
Schokoriegel bestehen zu einem großen Teil aus Haushaltszucker (Saccharose). Die im Mund vorkommenden Bakterien (vor allem Streptococcus mutans) ernähren sich von diesem Zucker. Als Stoffwechselprodukt scheiden diese Bakterien Säuren aus. Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an, indem sie Mineralien (Kalzium und Phosphat) herauslösen – diesen Vorgang nennt man Demineralisation.
2. Die Klebrigkeit (Retentionszeit)
Dies ist einer der kritischsten Punkte bei Schokoriegeln. Viele Riegel enthalten Zutaten wie Karamell, Nougat oder Keks, die besonders stark an den Zähnen und in den feinen Vertiefungen (Fissuren) der Backenzähne haften bleiben.
- Das Problem: Während flüssiger Zucker (z. B. aus Limonade) relativ schnell durch den Speichel weggespült wird, verbleiben Reste von klebrigen Schokoriegeln oft über Stunden an der Zahnoberfläche.
- Die Folge: Die Bakterien haben über einen sehr langen Zeitraum eine kontinuierliche Nahrungsquelle und produzieren ununterbrochen Säure.
3. Die Frequenz ist entscheidender als die Menge
Für die Entstehung von Karies ist es schädlicher, einen Schokoriegel über den Tag verteilt in vielen kleinen Stücken zu essen, als ihn komplett auf einmal zu verzehren.
- Speichel als Schutz: Nach dem Essen benötigt der Speichel etwa 30 bis 60 Minuten, um die Säuren zu neutralisieren und den Zahnschmelz durch Remineralisation zu reparieren.
- Dauerschleife: Wer ständig kleine Mengen nascht, hält den pH-Wert im Mund dauerhaft im sauren Bereich (unter pH 5,5). Der Speichel hat keine Chance mehr, die Zähne zu schützen.
4. Kombination aus Fett und Zucker
Schokoriegel enthalten neben Zucker auch viel Fett (Kakaobutter, Pflanzenfette). Diese Kombination bildet oft einen klebrigen Film auf den Zähnen, unter dem die Bakterien besonders geschützt arbeiten können.
5. Ausnahme: Dunkle Schokolade?
Es gibt Hinweise, dass reine Kakaobestandteile (Polyphenole) das Bakterienwachstum leicht hemmen können. Da Schokoriegel jedoch fast immer einen extrem hohen Zuckeranteil haben, überwiegt die schädigende Wirkung des Zuckers bei weitem jegliche potenziell schützende Wirkung des Kakaos.
Zusammenfassung: Wie man das Risiko minimiert
Wenn Sie Schokoriegel essen, können Sie das Kariesrisiko durch folgende Maßnahmen senken:
- Alles auf einmal: Essen Sie den Riegel lieber als Nachtisch direkt nach einer Hauptmahlzeit, anstatt zwischendurch zu snacken.
- Wasser trinken: Spülen Sie nach dem Verzehr den Mund mit Wasser aus, um grobe Reste zu entfernen.
- Warten mit dem Putzen: Putzen Sie die Zähne nicht sofort nach dem Essen (da der Schmelz durch die Säure kurzzeitig aufgeweicht ist), sondern warten Sie etwa 30 Minuten.
- Fluorid: Die Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta hilft, den Zahnschmelz widerstandsfähiger gegen die Säureangriffe zu machen.
Fazit: Ein regelmäßiger Konsum führt ohne extrem gute Mundhygiene fast zwangsläufig zu einem erhöhten Kariesrisiko, da Schokoriegel die "perfekte" Kombination aus viel Zucker und langer Verweildauer am Zahn bieten.