Welchen Effekt hat Gesichtswasser auf den pH-Wert der Haut?
Gesichtswasser (auch Toner genannt) spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des pH-Werts der Haut. Hier ist die genaue Erklärung des Effekts:
1. Wiederherstellung des sauren Milieus
Die menschliche Haut hat einen natürlichen leicht sauren pH-Wert, der normalerweise zwischen 4,7 und 5,5 liegt. Dieser sogenannte Säureschutzmantel schützt die Haut vor schädlichen Bakterien, Pilzen und Umwelteinflüssen.
Wenn wir unser Gesicht reinigen – besonders mit Leitungswasser (das oft kalkhaltig und eher neutral bis leicht alkalisch ist) oder mit herkömmlichen Seifen (die stark alkalisch sind) – steigt der pH-Wert der Haut an. Ein zu hoher pH-Wert schwächt die Barrierefunktion.
Der Effekt des Gesichtswassers: Es hilft dabei, den pH-Wert nach der Reinigung sofort wieder in den sauren Bereich abzusenken, anstatt darauf zu warten, dass die Haut dies über mehrere Stunden mühsam selbst erledigt.
2. Neutralisierung von Kalkrückständen
Leitungswasser enthält Mineralien wie Calcium und Magnesium (Kalk). Diese können nach dem Waschen auf der Haut verbleiben und den pH-Wert oben halten oder die Haut austrocknen. Ein Gesichtswasser entfernt diese Rückstände und neutralisiert die alkalisierende Wirkung des Wassers.
3. Vorbereitung auf die Pflege
Viele Wirkstoffe in Seren oder Cremes (insbesondere Vitamin C oder chemische Peelings wie AHAs) funktionieren am besten in einem sauren Milieu. Indem das Gesichtswasser den pH-Wert optimiert, schafft es die ideale Grundlage, damit die nachfolgenden Produkte tiefer und effektiver in die Haut eindringen können.
Unterschiedliche Arten von Gesichtswasser
Je nach Inhaltsstoffen kann der Effekt auf den pH-Wert variieren:
- Klassische Toner: Sind meist leicht sauer eingestellt, um den Säureschutzmantel zu stabilisieren.
- Säure-Toner (Exfoliating Toner): Diese enthalten Inhaltsstoffe wie Glykolsäure (AHA) oder Salicylsäure (BHA). Sie senken den pH-Wert oft kurzzeitig noch deutlicher ab, um abgestorbene Hautschüppchen zu lösen.
- Beruhigende/Hydrierende Toner: Diese fokussieren sich weniger auf den pH-Wert-Schock, sondern darauf, die Haut sanft zurück ins Gleichgewicht zu bringen und Feuchtigkeit zu spenden.
Ist Gesichtswasser heute noch notwendig?
Früher war Gesichtswasser essenziell, da Seifen sehr aggressiv und alkalisch waren. Moderne Reinigungsprodukte (Syndets oder Reinigungsmilch) sind oft bereits pH-hautneutral formuliert. Dennoch bleibt Gesichtswasser ein nützlicher Zwischenschritt, um den „Reset-Knopf“ für die Haut zu drücken, Kalk zu entfernen und die Aufnahmebereitschaft der Haut zu erhöhen.
Zusammenfassend: Gesichtswasser wirkt regulierend und stabilisierend. Es bringt die Haut nach der Reinigung schnellstmöglich zurück in ihren gesunden, leicht sauren Idealzustand.