Welche Zielgruppen nutzen heutzutage noch gedruckte Programmzeitschriften?

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Obwohl Streaming-Dienste und digitale Programmführer (EPGs) den Markt dominieren, behaupten sich gedruckte Programmzeitschriften in Deutschland erstaunlich gut. Die Zielgruppen sind spezifischer geworden, aber nach wie vor kaufkräftig.

Hier sind die wesentlichen Zielgruppen, die heute noch zur gedruckten Programmzeitschrift greifen:

1. Senioren und die Generation „60 Plus“ (Best Ager)

Dies ist die mit Abstand größte und treueste Zielgruppe.

  • Gewohnheit: Viele ältere Menschen sind mit der wöchentlichen Zeitschrift auf dem Couchtisch aufgewachsen. Das Ritual des Durchblätterns und Markierens gehört zum Alltag.
  • Haptik und Übersicht: Die physische Seite bietet eine bessere Übersicht über den gesamten Tag oder die Woche, ohne dass man sich durch Menüs klicken muss.
  • Barrierefreiheit: Für Menschen, die nicht mit Smartphones oder komplexen Smart-TV-Oberflächen aufgewachsen sind, ist die Papierform intuitiver und weniger fehleranfällig.

2. Liebhaber von Rätseln und Ratgeber-Inhalten

Moderne Programmzeitschriften sind oft „Hybrid-Magazine“. Viele Käufer erwerben sie nicht nur wegen des TV-Programms, sondern wegen der Zusatzinhalte:

  • Rätselfans: Kreuzworträtsel und Sudokus sind für viele ein Hauptgrund für den Kauf.
  • Service-Orientierte: Tipps zu Gesundheit, Kochen, Reise und Finanzen sprechen eine Zielgruppe an, die ein kompaktes Magazin für verschiedene Lebensbereiche schätzt (z. B. Hörzu, Gong).

3. „Lineare“ TV-Zuschauer

Es gibt immer noch Millionen von Menschen, die klassisches Fernsehen schauen (ARD, ZDF, RTL, ProSieben).

  • Kuratierung: Diese Nutzer lassen sich gerne inspirieren. Eine Redaktion, die Tipps gibt und Filme bewertet (mit Sternen oder Punkten), nimmt dem Leser die Entscheidungslosigkeit („Decision Fatigue“) ab.
  • Struktur: Wer seinen Fernsehabend im Voraus planen möchte, nutzt die Zeitschrift als Leitfaden.

4. Menschen mit „Digital Detox“-Wunsch oder Technik-Aversion

  • Bildschirm-Müdigkeit: Wer den ganzen Tag am Computer arbeitet, möchte abends nicht auch noch das Handy in die Hand nehmen, um das TV-Programm zu suchen. Das Papier bietet eine digitale Auszeit.
  • Einfachheit: EPGs (Electronic Program Guides) auf dem Fernseher sind oft langsam, unübersichtlich oder werbeüberladen. Die Zeitschrift ist „sofort da“, ohne Ladezeiten.

5. Ländliche Haushalte und traditionelle Familienstrukturen

In Regionen oder Haushalten, in denen Traditionen eine größere Rolle spielen, gehört die Programmzeitschrift oft noch zum Standard-Einkauf am Kiosk oder im Supermarkt. Oft wird sie von einer Person gekauft, aber vom gesamten Haushalt genutzt.

6. Cineasten und Fans von Hintergrundberichten

Ein kleinerer Teil der Zielgruppe nutzt Zeitschriften wie TV Spielfilm oder TV Movie wegen der journalistischen Aufbereitung.

  • Kritiken: Man vertraut den festen Rezensenten mehr als anonymen Algorithmen oder Kurzbeschreibungen bei Netflix.
  • Hintergrundwissen: Interviews mit Schauspielern und Berichte über Dreharbeiten bieten einen Mehrwert, den eine reine Programmliste nicht hat.

Zusammenfassende Marktsituation:

Interessanterweise ist Deutschland im internationalen Vergleich ein „Zeitschriften-Land“. Während in vielen anderen Ländern Programmzeitschriften fast völlig verschwunden sind, erreichen deutsche Titel wie tv14 oder Hörzu immer noch Millionenauflagen.

Die Kernzielgruppe lässt sich so zusammenfassen: Sie ist eher weiblich, über 50 Jahre alt, konsumiert vorwiegend lineares Fernsehen und schätzt den Zusatznutzen aus Rätseln, Rezepten und Gesundheitstipps.