Welche Wirkstoffe werden am häufigsten in Hustenlösern eingesetzt?

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Hustenlöser (im Fachjargon Expektoranzien genannt) haben das Ziel, festsitzenden Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen, damit dieser leichter abgehustet werden kann.

Man unterscheidet dabei hauptsächlich zwischen chemisch-synthetischen und pflanzlichen Wirkstoffen. Hier sind die am häufigsten verwendeten:

1. Chemisch-synthetische Wirkstoffe

Diese Stoffe greifen direkt in die chemische Struktur des Schleims ein oder fördern die Produktion von dünnflüssigerem Sekret.

  • Acetylcystein (ACC / NAC):
    • Wirkung: Es spaltet die chemischen Brücken (Disulfidbrücken) im Schleim auf, wodurch dieser dünnflüssiger wird.
    • Bekannte Präparate: ACC Akut, NAC-ratiopharm.
  • Ambroxol:
    • Wirkung: Es regt die Drüsen an, dünnflüssigeren Schleim zu bilden, und aktiviert die Flimmerhärchen in den Bronchien, damit der Schleim besser abtransportiert wird. Zudem hat es eine leicht schmerzlindernde Wirkung im Hals.
    • Bekannte Präparate: Mucosolvan, Ambroxol-ratiopharm.
  • Bromhexin:
    • Wirkung: Es ist die Vorstufe (Prodrug) von Ambroxol. Es wird im Körper zu Ambroxol umgewandelt und wirkt ähnlich schleimverflüssigend.
    • Bekannte Präparate: Bisolvon, Bromhexin Krewel Meuselbach.
  • Guaifenesin:
    • Wirkung: Es erhöht das Volumen des Sekrets und verringert dessen Viskosität. Es wird oft in Kombinationspräparaten oder Säften verwendet.
    • Bekannte Präparate: Vicks (Wick) Schleimlöser.

2. Pflanzliche Wirkstoffe

Pflanzliche Hustenlöser sind sehr beliebt, da sie oft als verträglicher gelten und zusätzlich entzündungshemmende Eigenschaften haben.

  • Efeublätter-Extrakt:
    • Wirkung: Enthält Saponine, die die Bronchien erweitern und den Schleim lösen.
    • Bekannte Präparate: Prospan, Hedelix.
  • Thymian:
    • Wirkung: Wirkt krampflösend auf die Bronchien und besitzt eine antibakterielle Wirkung. Wird oft mit Efeu oder Primel kombiniert.
    • Bekannte Präparate: Bronchipret, Aspecton.
  • Primelwurzel (Primula):
    • Wirkung: Die enthaltenen Saponine reizen leicht die Magenschleimhaut, was über einen Reflexbogen die Schleimproduktion in den Bronchien anregt (indirekte Schleimlösung).
  • Cineol / Myrtol (Ätherische Öle):
    • Wirkung: Diese Wirkstoffe aus Eukalyptus oder Mischungen (wie Myrtol) wirken schleimlösend und entzündungshemmend, auch in den Nebenhöhlen.
    • Bekannte Präparate: Soledum (Cineol), Gelomyrtol (Myrtol).

Wichtige Hinweise zur Anwendung

  1. Viel Trinken: Damit Hustenlöser optimal wirken können, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser, Tee) entscheidend. Nur so kann der Körper den Schleim effektiv verflüssigen.
  2. Nicht mit Hustenstillern kombinieren: Man sollte Hustenlöser (tagsüber) nicht gleichzeitig mit Hustenstillern (nachts, z.B. Codein oder Dextromethorphan) einnehmen. Wenn der Schleim gelöst wird, aber der Hustenreflex unterdrückt wird, kann es zu einem gefährlichen Sekretstau kommen.
  3. Zeitpunkt der Einnahme: Hustenlöser sollten idealerweise morgens und mittags eingenommen werden, aber nicht kurz vor dem Schlafengehen, da der dann einsetzende Hustenreiz den Schlaf stören kann.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche oder apothekerliche Beratung.

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