Welche verschiedenen Arten von Rohrreinigungspiralen gibt es?
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Rohrreinigungspiralen sind unverzichtbare Werkzeuge, um hartnäckige Verstopfungen mechanisch zu lösen. Man unterscheidet sie hauptsächlich nach ihrer Antriebsart, ihrem Einsatzgebiet und der Beschaffenheit des Kopfes.
Hier ist eine Übersicht der verschiedenen Arten:
1. Einteilung nach Antriebsart
- Hand-Rohrreinigungspirale:
- Beschreibung: Die einfachste Form. Sie besteht aus einem flexiblen Federstahldraht und einer Handkurbel.
- Einsatz: Ideal für einfache Verstopfungen in Siphons von Waschbecken, Duschen oder Badewannen im Haushalt.
- Vorteil: Günstig, leicht zu verstauen, keine Stromquelle nötig.
- Bohrmaschinen-Spirale (Aufsatz):
- Beschreibung: Diese Spiralen werden in das Bohrfutter einer handelsüblichen Bohrmaschine oder eines Akkuschraubers eingespannt.
- Einsatz: Wenn die Handkraft nicht ausreicht. Die höhere Drehzahl löst Ablagerungen effektiver.
- Vorteil: Mehr Kraftaufwand bei geringerem körperlichem Einsatz.
- Elektrische Rohrreinigungsmaschine:
- Beschreibung: Professionelle Geräte, bei denen die Spirale in einer Trommel liegt oder durch einen Motor angetrieben wird.
- Einsatz: Profi-Bereich (Sanitär-Notdienst). Für lange Wege und sehr schwere Verstopfungen (z.B. im Grundrohr).
2. Einteilung nach Verwendungszweck
- Standard-Abflussspirale:
- Dünne, sehr flexible Spiralen (meist 6 mm bis 9 mm Durchmesser), die gut durch enge Rohrbögen in Küche und Bad kommen.
- WC-Spirale (Toilettenspirale):
- Besonderheit: Sie hat oft ein gebogenes Führungsrohr aus Metall oder Kunststoff am Griffstück. Dies schützt die Keramik der Toilette vor Kratzern und hilft, die Spirale direkt in den Abflussbogen zu leiten.
- Rohrreinigungsspirale mit Kunststoffummantelung:
- Besonderheit: Der Federstahl ist mit einer Kunststoffschicht überzogen.
- Vorteil: Schont die Innenwände der Rohre und verhindert Kratzer an Sichtteilen (Chrom, Keramik). Zudem ist sie hygienischer zu reinigen.
3. Einteilung nach Kopf-Form (Aufsätze)
Bei professionellen Systemen lassen sich die Köpfe wechseln. Je nach Art der Verstopfung wählt man einen anderen Aufsatz:
- Keulenkopf: Der Standardaufsatz. Er ist flexibel und bohrt sich durch Haare, Papier und Textilien.
- Trichterbohrer: Wird verwendet, um Gegenstände (z.B. Tücher), die im Rohr festsitzen, zu verfangen und herauszuziehen.
- Blattbohrer / Schneidkopf: Hat scharfe Kanten, um feste Ablagerungen (wie Urinstein, Kalk oder sogar eingewachsene Wurzeln) aufzuschneiden.
- Rückholbohrer: Speziell geformt, um eine im Rohr abgebrochene Spirale oder andere Fremdkörper zurückzuholen.
- Kettenschleuder: Besteht aus Kettengliedern, die durch die Rotation gegen die Rohrwand schlagen. Damit werden Rohre von innen komplett von Inkrustierungen (Kalk/Fett) befreit.
4. Maße und Dimensionen
Die Wahl der Spirale hängt massiv vom Rohrdurchmesser ab:
- 6 mm – 8 mm: Für Waschbecken und Duschen (Rohre bis DN 50).
- 10 mm – 12 mm: Für Küchenspülen und Badewannen.
- 16 mm – 22 mm: Für WC-Abflüsse und Fallleitungen (Profi-Bereich).
- 32 mm: Für Hauptabwasserleitungen und Kanäle.
Wichtige Tipps beim Kauf/Gebrauch:
- Länge: Für den Hausgebrauch reichen meist 3 bis 5 Meter. Zu lange Spiralen sind im Haushalt schwer zu händeln.
- Dicke: Eine zu dicke Spirale kommt nicht durch die engen Bögen eines Waschbeckens; eine zu dünne Spirale „verknotet“ sich in einem dicken Abwasserrohr.
- Vorsicht bei Kunststoffrohren: Zu viel Gewalt oder scharfe Schneidköpfe können moderne Kunststoffrohre beschädigen.
- Handschuhe tragen: Nicht nur aus hygienischen Gründen, sondern auch, um Verletzungen zu vermeiden, falls sich die Spirale schlagartig entspannt.