Welche verschiedenen Arten von Abführmitteln gibt es?
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Abführmittel (Laxantien) werden nach ihrer Wirkungsweise in verschiedene Gruppen unterteilt. Jede Gruppe setzt an einem anderen Punkt des Verdauungsprozesses an.
Hier ist eine Übersicht der gängigsten Arten:
1. Füll- und Quellstoffe
Dies sind die natürlichsten Abführmittel. Sie bestehen meist aus unverdaulichen Ballaststoffen.
- Wirkungsweise: Sie binden Wasser im Darm und quellen auf. Dadurch vergrößert sich das Stuhlvolumen, was einen Dehnungsreiz auf die Darmwand ausübt und die Eigenbewegung des Darms (Peristaltik) anregt.
- Beispiele: Flohsamenschalen (Psyllium), Leinsamen, Weizenkleie.
- Wichtig: Man muss dazu extrem viel trinken (mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag), da sie sonst verklumpen und die Verstopfung sogar verschlimmern können.
2. Osmotisch wirkende Abführmittel (Wasserziehende Mittel)
Diese Mittel halten Wasser im Darm zurück oder ziehen Wasser aus dem Körpergewebe in den Darm hinein.
- Wirkungsweise: Durch den erhöhten Wassergehalt wird der Stuhl weicher und voluminöser, was den Stuhlgang erleichtert.
- Untergruppen:
- Zucker und Zuckeralkohole: Lactulose, Sorbitol. (Wirken eher sanft, können aber Blähungen verursachen).
- Salzinische Abführmittel: Bittersalz (Magnesiumsulfat) oder Glaubersalz (Natriumsulfat). (Wirken sehr stark und schnell, oft zur Darmreinigung vor Untersuchungen genutzt).
- Macrogol (Polyethylenglykol): Gilt heute als Goldstandard bei chronischer Verstopfung, da es sehr sicher ist und dem Körper kein Wasser entzieht (es bringt das Wasser, in dem es aufgelöst wurde, direkt mit in den Darm).
3. Stimulierende Abführmittel
Diese Mittel greifen aktiv in die Darmtätigkeit ein.
- Wirkungsweise: Sie reizen die Darmschleimhaut, wodurch sich die Darmmuskulatur mehr bewegt. Gleichzeitig verhindern sie, dass Wasser aus dem Darm aufgenommen wird, und fördern den Einstrom von Elektrolyten und Wasser in den Darm.
- Beispiele:
- Chemisch-synthetisch: Bisacodyl, Natriumpicosulfat.
- Pflanzlich (Anthrachinone): Sennesblätter, Faulbaumrinde, Rhabarberwurzel, Aloe.
- Wichtig: Sie sollten nur kurzfristig angewendet werden, da bei langfristigem Gebrauch ein Gewöhnungseffekt eintreten kann und der Elektrolythaushalt (besonders Kalium) gestört werden kann.
4. Gleitmittel
Diese Mittel machen den Stuhl „rutschiger“.
- Wirkungsweise: Sie weichen die Oberfläche des Stuhls auf und verringern den Widerstand im Darm.
- Beispiele: Paraffinöl (heute kaum noch gebräuchlich wegen Nebenwirkungen), Glycerin (meist als Zäpfchen).
5. Rektale Abführmittel (Zäpfchen und Klistiere)
Diese wirken lokal am Ende des Darms.
- Wirkungsweise: Sie lösen den Defäkationsreflex (Stuhldrang) meist innerhalb von 15 bis 30 Minuten aus.
- Beispiele: CO2-Laxantien (bilden kleine Gasbläschen, die die Darmwand dehnen), Mini-Klistiere (weichen den Stuhl im Mastdarm auf).
- Vorteil: Sehr schneller Wirkungseintritt, ideal bei akuten Blockaden im Enddarm.
Wichtige Hinweise zur Anwendung:
- Keine Dauerlösung: Abführmittel bekämpfen nur das Symptom, nicht die Ursache. Bei chronischer Verstopfung sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.
- Nebenwirkungen: Bei unsachgemäßem Gebrauch drohen Elektrolytverluste (insbesondere Kaliummangel), was wiederum die Darmträgheit verschlimmern und sogar Herzrhythmusstörungen verursachen kann.
- Natürliche Alternativen: Bevor man zu Medikamenten greift, helfen oft eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Bewegung und eine hohe Flüssigkeitszufuhr.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung.