Welche Verletzungsgefahr besteht durch das plötzliche Zurückspringen der Spirale?

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Das plötzliche Zurückspringen einer Spirale (z. B. eine Rohrreinigungswelle, eine Zugfeder oder eine unter Spannung stehende Metallspirale) birgt erhebliche Verletzungsrisiken. Man spricht hier oft vom sogenannten Peitscheneffekt.

Hier sind die spezifischen Gefahren im Überblick:

1. Schwere Augenverletzungen

Dies ist die größte Gefahr. Da die Spirale meist mit hoher Geschwindigkeit und unkontrolliert zurückschnellt, kann das Ende der Spirale oder ein Teil der Windung das Auge treffen.

  • Folgen: Hornhautverletzungen, Netzhautablösung oder der vollständige Verlust des Sehvermögens (Erblindung).

2. Schnitt- und Risswunden

Spiralen (besonders Rohrreinigungswellen oder Industriefedern) haben oft scharfe Kanten oder Enden. Wenn sie zurückschnellen, wirken sie wie eine Peitsche.

  • Folgen: Tiefe Schnittwunden an Händen, Armen oder im Gesicht. Bei Rohrreinigungswellen besteht zudem eine hohe Infektionsgefahr durch Bakterien im Abwasser.

3. Stumpfe Traumata und Prellungen

Die kinetische Energie, die in einer gespannten Spirale steckt, ist enorm. Beim Zurückspringen entlädt sich diese Energie schlagartig auf den Körper.

  • Folgen: Schwere Hämatome (Blutergüsse), Prellungen oder in extremen Fällen sogar Knochenbrüche (z. B. an den Fingern oder Gesichtsknochen).

4. Verfangen und Quetschen

Wenn eine rotierende Spirale (z. B. maschinell betriebene Rohrreinigungswelle) plötzlich zurückspringt oder umschlägt, kann sie Kleidung oder Handschuhe erfassen.

  • Folgen: Gliedmaßen (besonders Finger) können eingezogen, gequetscht oder sogar abgetrennt werden.

5. Sekundärverletzungen

Durch das Zurückspringen kann die Spirale andere Gegenstände treffen, die dann als Sekundärgeschosse wirken, oder den Anwender zu einer heftigen Ausweichbewegung zwingen.

  • Folgen: Stürze (z. B. von einer Leiter) oder Verletzungen durch weggeschleuderte Werkzeugteile.

Sicherheitsmaßnahmen zur Vermeidung:

  • Schutzausrüstung tragen: Eine eng anliegende Schutzbrille ist absolut Pflicht. Zudem sollten robuste Schutzhandschuhe getragen werden (bei rotierenden Wellen spezielle Führungshandschuhe, um ein Verfangen zu verhindern).
  • Abstand halten: Den Körper niemals direkt in die Fluchtlinie der Spannung bringen.
  • Spannung kontrolliert abbauen: Eine Spirale niemals ruckartig loslassen, wenn sie unter mechanischer Spannung steht oder sich verhakt hat.
  • Führungshilfen nutzen: Bei Rohrreinigungswellen sollten Führungsschläuche verwendet werden, um das "Umschlagen" der Welle außerhalb des Rohrs zu verhindern.

Besonders kritisch: Wenn sich eine Rohrreinigungswelle im Rohr verhakt und man sie unter zu hoher Spannung weiterdreht, bildet sich oft eine Schlaufe außerhalb des Rohrs, die plötzlich "umspringt". Das ist der Moment, in dem die meisten schweren Unfälle passieren.

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