Wie verhindert man, dass die Spirale die Verstopfung nur tiefer in das Rohr schiebt?
Das Problem, dass eine Rohrreinigungsspirale die Verstopfung nur weiterschiebt, anstatt sie zu lösen oder herauszuholen, tritt meistens durch zu viel Druck oder die falsche Technik auf.
Hier sind die wichtigsten Tipps, um das zu verhindern und die Verstopfung effektiv zu beseitigen:
1. Rotation ist wichtiger als Druck
Der häufigste Fehler ist, die Spirale wie einen Stock gegen das Hindernis zu drücken. Damit verdichtet man den Schmutz nur.
- Die Technik: Schiebe die Spirale bis zum Widerstand vor. Sobald du auf die Verstopfung triffst, hörst du auf zu schieben und beginnst, die Spirale beständig zu kurbeln (meist im Uhrzeigersinn).
- Das Ziel: Der Bohrkopf soll sich in den Pfropfen hineinfressen oder ihn zersetzen, anstatt ihn vor sich herzuschieben.
2. Den richtigen Aufsatz wählen
Standard-Spiralen für den Hausgebrauch haben oft nur eine einfache Klaue oder eine Feder am Ende.
- Trichterbohrer/Keulenbohrer: Diese sind gut, um sich in Haare oder Textilien zu verhaken.
- Schneidköpfe: Bei professionellen Geräten gibt es Aufsätze, die Fettablagerungen von den Wänden fräsen.
- Wichtig: Wenn die Spirale vorne zu glatt oder zu klein ist, wirkt sie wie ein Kolben und schiebt alles nach hinten.
3. Immer wieder "Angeln" (Vor und Zurück)
Arbeite dich zentimeterweise vor.
- Sobald du merkst, dass die Spirale gegriffen hat, ziehe sie ein Stück zurück.
- Oft hängen dann bereits Teile der Verstopfung (Haare, Papier) am Kopf. Reinige die Spirale und führe sie erneut ein. So "baust" du die Verstopfung Stück für Stück ab, anstatt die gesamte Masse tiefer zu drücken.
4. Mit fließendem Wasser arbeiten (wenn möglich)
Wenn das Wasser noch minimal abläuft, lass während der Arbeit ein wenig Wasser laufen.
- Das Wasser hilft dabei, die von der Spirale gelösten Kleinteile sofort wegzuspülen, bevor sie sich an der nächsten Engstelle wieder festsetzen können.
- Vorsicht: Wenn gar nichts mehr abläuft, lass das Wasser weg, sonst läuft das Becken über.
5. Die Drehrichtung beachten
Kurble fast ausschließlich im Uhrzeigersinn.
- Die meisten Spiralen sind so gewickelt, dass sie sich bei einer Rechtsdrehung in das Material hineinziehen und die Spirale selbst stabil bleibt. Bei Linksdrehung kann sich die Spirale im Rohr verknoten oder der Kopf dreht sich aus dem Schmutz heraus.
6. Die richtige Spiralenstärke
Eine zu dünne Spirale verbiegt sich im Rohr ("schlägt aus"), bevor sie genug Kraft auf die Verstopfung ausüben kann.
- Für Waschbecken (DN 40/50) ist eine 8 mm oder 10 mm Spirale ideal.
- Für das WC oder Grundleitungen sollte sie dicker sein (16 mm), damit sie stabil genug ist, um den Pfropfen zu durchbohren.
7. Vorsicht bei Kurven (Siphons)
Oft bleibt die Spirale nicht an der Verstopfung, sondern an einem Rohrbogen hängen. Wenn du hier mit Gewalt drückst, beschädigst du das Rohr oder die Spirale knickt ab.
- Tipp: Siphon vorher abbauen und die Spirale direkt in das Wandrohr einführen. Das spart Kraft und man ist näher am Problem.
Wann du aufhören solltest: Wenn du merkst, dass der Widerstand sehr hart ist (metallisch oder steinig) und die Spirale anfängt, sich in sich selbst zu verdrehen, könnte ein Gegenstand im Rohr stecken, den man mit einer Spirale nicht lösen kann (z.B. ein Duftsteinkörbchen im WC). In diesem Fall hilft nur noch ein Profi mit einer Hochdruckspülung oder einer Kamerauntersuchung, da sonst das Rohr platzen könnte.