Welche Tabaksorten werden typischerweise für die Einlage von Zigarillos verwendet?

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Bei der Herstellung von Zigarillos wird für die Einlage (den Kern) fast ausschließlich Shortfiller-Tabak verwendet. Das bedeutet, dass der Tabak nicht aus ganzen Blättern besteht (wie bei hochwertigen Longfiller-Zigarren), sondern aus kleingeschnittenen oder gerissenen Tabakstücken („Strips“).

Die verwendeten Tabaksorten hängen stark vom gewünschten Geschmacksprofil und der Herkunft der Marke ab. Hier sind die typischsten Tabaksorten und Anbaugebiete:

1. Brasil-Tabak (Brasilien)

Brasil-Tabake sind sehr beliebt für Zigarillos, da sie ein sehr charakteristisches Aroma haben.

  • Sorten: Vor allem Mata Fina und Mata Norte.
  • Geschmack: Dunkel, würzig, leicht süßlich und sehr aromatisch.
  • Besonderheit: Man erkennt sie oft an der dunklen Farbe des Zigarillos (falls auch das Deckblatt aus Brasilien stammt).

2. Sumatra- und Java-Tabak (Indonesien)

Dies sind die weltweit am häufigsten verwendeten Tabake für die Einlagen von europäischen Zigarillos.

  • Sorten: Deli-Sumatra oder Besuki (Java).
  • Geschmack: Eher mild, leicht pfeffrig, kräuterig und sehr ausgewogen.
  • Besonderheit: Viele klassische deutsche oder holländische Zigarillos (wie z. B. von Villiger oder Dannemann) basieren auf Sumatra-Mischungen.

3. Kubanischer Tabak (Kuba)

Kubanische Zigarillos (z. B. Cohiba, Montecristo, Romeo y Julieta Mini/Club) bestehen zu 100 % aus kubanischem Tabak.

  • Sorten: Criollo und Corojo.
  • Region: Meist aus der Region Vuelta Arriba, da der Tabak aus der Premium-Region Vuelta Abajo eher für handgerollte Zigarren reserviert ist.
  • Geschmack: Kräftig, erdig, ledrig und sehr intensiv.

4. Dominikanischer Tabak (Dominikanische Republik)

Wird oft für mildere, „karibische“ Mischungen verwendet.

  • Sorten: Olor Dominicano und Piloto Cubano (ein kubanischer Samen, der in der Dom. Rep. angebaut wird).
  • Geschmack: Mild, blumig, cremig und leicht holzig.

5. Weitere Beimischungen

Oft besteht die Einlage nicht aus nur einer Sorte, sondern aus einem Blend (Mischung) von bis zu 20 verschiedenen Tabaken, um ein gleichbleibendes Aroma zu garantieren.

  • Kolumbien: Bringt oft eine gewisse Spritzigkeit und Säure in die Mischung.
  • Philippinen: Oft als preiswerter Fülltabak verwendet, der sehr mild ist.
  • USA: Manchmal werden Maryland- oder Virginia-Tabake beigemischt, besonders bei sehr leichten oder aromatisierten Zigarillos.

Zusammenfassung: Die zwei Hauptrichtungen

Wenn du Zigarillos kaufst, triffst du meist auf diese zwei Grundtypen:

  1. Sumatra-Mischung: Hell, mild, eher trocken-würzig (Indonesische Tabake dominieren).
  2. Brasil-Mischung: Dunkel, kräftiger, süßlich-aromatisch (Brasilianische Tabake dominieren).

Ein wichtiger technischer Hinweis: Da Zigarillos meist maschinell gefertigt werden, enthalten die Einlagen oft eine Mischung aus den oben genannten Sorten, die so zusammengestellt ist, dass sie perfekt durch die Maschinen läuft und einen gleichmäßigen Abbrand garantiert.

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