Inwiefern erhöht das Rauchen von Zigarillos das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

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Das Rauchen von Zigarillos erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen massiv und steht dem Risiko von Zigaretten in kaum etwas nach. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Zigarillos weniger schädlich seien, weil sie oft „gepafft“ und nicht auf Lunge geraucht werden. Medizinisch gesehen ist dies jedoch ein Trugschluss.

Hier sind die zentralen Mechanismen, wie Zigarillos das Herz-Kreislauf-System schädigen:

1. Wirkung von Nikotin

Zigarillos enthalten oft sogar mehr Tabak und damit potenziell mehr Nikotin als eine herkömmliche Zigarette. Nikotin wirkt direkt auf das Herz-Kreislauf-System:

  • Blutdruckanstieg: Es regt das Nervensystem an, Adrenalin auszuschütten, was den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöht.
  • Gefäßverengung: Nikotin führt dazu, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen (Vasokonstriktion), was die Durchblutung verschlechtert.

2. Kohlenmonoxid (CO)

Auch wenn man den Rauch nicht tief inhaliert, gelangt Kohlenmonoxid in den Blutkreislauf (über die Mundschleimhaut oder durch unbewusstes Einatmen des Nebenstromrauchs).

  • Sauerstoffmangel: Kohlenmonoxid bindet sich viel stärker an das Hämoglobin (den roten Blutfarbstoff) als Sauerstoff. Dadurch wird weniger Sauerstoff zu den Organen und zum Herzmuskel transportiert. Das Herz muss schneller pumpen, um den Mangel auszugleichen, was es langfristig überlastet.

3. Förderung von Atherosklerose (Arterienverkalkung)

Die im Tabakrauch enthaltenen Giftstoffe schädigen die innere Schicht der Blutgefäße (das Endothel).

  • Plaque-Bildung: An den geschädigten Stellen können sich Fette und Kalk leichter ablagern. Die Gefäße verengen sich zunehmend.
  • Entzündungen: Rauchen fördert chronische Entzündungsprozesse im Körper, die die Instabilität dieser Ablagerungen begünstigen. Wenn diese aufbrechen, entstehen Blutgerinnsel.

4. Erhöhtes Thromboserisiko

Das Rauchen verändert die Fließeigenschaften des Blutes. Es macht die Blutplättchen „klebriger“, was die Bildung von Thromben (Blutgerinnseln) fördert. Dies ist die Hauptursache für plötzliche Herzinfarkte oder Schlaganfälle.

5. Das Inhalations-Argument

Viele glauben, durch Paffen das Risiko zu minimieren. Doch:

  • Absorption über die Mundschleimhaut: Nikotin und andere Schadstoffe werden sehr effizient über die Schleimhäute im Mund aufgenommen.
  • Rückfall-Verhalten: Viele ehemalige Zigarettenraucher, die auf Zigarillos umsteigen, behalten ihre Inhalationstechnik bei und inhalieren den deutlich stärkeren Zigarillo-Rauch tief ein, was die Lunge und das Herz noch extremer belastet.
  • Passivrauchen: Man atmet unweigerlich die Wolke aus, die man gerade ausgepustet hat.

Die konkreten Folgen

Das erhöhte Risiko manifestiert sich in folgenden Erkrankungen:

  • Koronare Herzkrankheit (KHK): Verengung der Herzkranzgefäße, was zu Angina Pectoris oder Herzinfarkt führen kann.
  • Schlaganfall: Durch Gefäßverschlüsse im Gehirn.
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK): Auch bekannt als „Schaufensterkrankheit“, bei der die Beine nicht mehr ausreichend durchblutet werden.
  • Aortenaneurysma: Eine lebensgefährliche Aussackung der Hauptschlagader.

Fazit

Studien zeigen, dass Zigarillo- und Zigarrenraucher ein deutlich höheres Risiko für Herzerkrankungen haben als Nichtraucher. Zwar liegt das Risiko bei reinem Paffen statistisch oft leicht unter dem von Kettenrauchern, die Zigaretten auf Lunge rauchen, aber es liegt um ein Vielfaches höher als bei Nichtrauchern. Es gibt keine „sichere“ Menge oder Form des Tabakkonsums für das Herz.

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