Welche Symptome deutet auf eine Histaminunverträglichkeit bei Rotwein hin?

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Eine Histaminunverträglichkeit (Histaminintoleranz) äußert sich bei Rotwein oft besonders deutlich und schnell, da Rotwein nicht nur von Natur aus viel Histamin enthält, sondern der enthaltene Alkohol zusätzlich die Aktivität des Enzyms DAO (Diaminoxidase) hemmt, das für den Abbau von Histamin im Körper zuständig ist.

Die Symptome können unmittelbar nach dem ersten Glas oder mit einer Verzögerung von ein bis zwei Stunden auftreten.

Hier sind die typischen Symptome, unterteilt nach Körperbereichen:

1. Haut und Gesicht (Häufigstes Anzeichen)

  • Flush-Symptomatik: Plötzliche, starke Rötung des Gesichts, des Halses oder des Dekolletés (Hitzewallung).
  • Juckreiz am ganzen Körper.
  • Quaddelbildung (ähnlich wie bei Brennnesseln/Nesselsucht).
  • Schwellungen (Ödeme), oft im Gesicht oder an den Augenlidern.

2. Magen-Darm-Trakt

  • Blähungen und Bauchschmerzen.
  • Durchfall, oft sehr zeitnah nach dem Konsum (sogenannter „Sturzdurchfall“).
  • Übelkeit oder Magenstechen.

3. Kopf und Nervensystem

  • Starke Kopfschmerzen oder Migräneattacken.
  • Schwindelgefühl.
  • Einschlafstörungen (wenn der Wein am Abend getrunken wurde).

4. Atemwege

  • Verstopfte Nase oder Fließschnupfen (ähnlich wie bei einer allergischen Reaktion, oft direkt beim Trinken).
  • Reizhusten oder asthmatische Beschwerden.

5. Herz-Kreislauf-System

  • Herzrasen (Tachykardie) oder Herzstolpern.
  • Blutdruckabfall oder gelegentlich Bluthochdruck.

Warum ist gerade Rotwein so problematisch?

Im Vergleich zu Weißwein wird Rotwein meist länger vergoren und lagert oft in Holzfässern. Durch diese bakterielle Gärung (fermentative Prozesse) entstehen große Mengen an Histamin. Zudem weitet der Alkohol die Gefäße, wodurch das Histamin schneller in die Blutbahn gelangt.

Was könnte es noch sein?

Nicht immer ist Histamin schuld. Wenn Sie Rotwein schlecht vertragen, könnten auch folgende Stoffe die Ursache sein:

  • Sulfite (Schwefel): Diese dienen der Konservierung und können ebenfalls Kopfschmerzen oder Atemnot auslösen.
  • Tannine (Gerbstoffe): Diese können bei empfindlichen Menschen Migräne auslösen.
  • Andere biogene Amine: Wie Tyramin, das ebenfalls in gereiftem Wein vorkommt.

Tipps für Betroffene:

  1. Wechseln Sie zu Weißwein: Trockene Weißweine oder Champagner enthalten in der Regel deutlich weniger Histamin als Rotweine.
  2. Histamingeprüfte Weine: Es gibt mittlerweile Winzer, die spezielle „histaminarme“ oder „histamingeprüfte“ Weine anbieten.
  3. Viel Wasser: Trinken Sie zu jedem Glas Wein ein großes Glas Wasser.
  4. DAO-Präparate: Es gibt Enzym-Tabletten (DAOsin o.ä.) aus der Apotheke, die man kurz vor dem Trinken einnimmt, um das Histamin im Darm abzubauen.

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose. Wenn Sie heftige Reaktionen zeigen, sollten Sie einen Allergologen oder Gastroenterologen aufsuchen.