Welche Risiken bestehen, wenn eine falsche Kondomgröße gewählt wird?

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Die Wahl der richtigen Kondomgröße ist entscheidend für die Sicherheit (Verhütung und Schutz vor Infektionen) sowie für das Empfinden beim Sex. Wenn ein Kondom nicht richtig passt, entstehen zwei Hauptkategorien von Risiken:

1. Risiken, wenn das Kondom zu KLEIN ist

Wenn das Kondom zu eng sitzt, steht das Material unter einer extremen mechanischen Spannung.

  • Rissgefahr (Platzen): Dies ist das größte Risiko. Durch die starke Dehnung und die Reibung beim Geschlechtsverkehr kann das Material leicht reißen. Ein gerissenes Kondom bietet keinen Schutz mehr vor Schwangerschaft oder sexuell übertragbaren Infektionen (STI).
  • Durchblutungsstörungen & Schmerzen: Ein zu enges Kondom kann den Penis einschnüren. Das ist nicht nur unangenehm oder schmerzhaft, sondern kann auch dazu führen, dass die Erektion nachlässt oder das Gefühl im Penis (Taubheitsgefühl) verloren geht.
  • Erschwertes Abrollen: Es lässt sich nur mühsam überstreifen, was die Gefahr erhöht, es bereits beim Anlegen mit den Fingernägeln zu beschädigen.

2. Risiken, wenn das Kondom zu GROSS ist

Ein zu weites Kondom sitzt locker und hat keinen festen Halt am Penisschaft.

  • Abrutschen: Das Kondom kann während des Aktes oder beim Herausziehen nach dem Samenerguss abrutschen und in der Partnerin oder dem Partner stecken bleiben.
  • Auslaufen von Sperma: Da das Kondom nicht bündig abschließt, kann Sperma am Rand (besonders am Ring) austreten, selbst wenn das Kondom nicht abrutscht.
  • Faltenbildung: Ein zu großes Kondom wirft Falten. Dies führt zu unangenehmer Reibung und mindert das sexuelle Empfinden für beide Beteiligten erheblich.
  • Unsicherheitsgefühl: Die ständige Sorge, dass das Kondom verrutscht, führt oft zu Stress und kann psychisch bedingte Erektionsprobleme während des Sex auslösen.

Die Folgen der falschen Größe

In beiden Fällen (zu groß oder zu klein) ist der Schutzmechanismus des Kondoms kompromittiert. Die Folgen können sein:

  1. Ungewollte Schwangerschaft.
  2. Übertragung von Krankheiten (wie HIV, Chlamydien, Syphilis oder Hepatitis).

Wie findet man die richtige Größe?

Entscheidend für die Kondomgröße ist nicht die Länge, sondern der Umfang des erigierten Penis.

  • Nennbreite beachten: Auf der Rückseite von Kondompackungen steht meist die „Nennbreite“ in Millimetern (z. B. 52 mm, 54 mm oder 57 mm). Dies ist die Breite des flach hingelegten Kondoms.
  • Messen: Man misst den Umfang an der dicksten Stelle des erigierten Penis.
  • Kondomrechner nutzen: Es gibt im Internet zahlreiche Tabellen und Apps, die den gemessenen Umfang in die passende Nennbreite umrechnen.

Fazit: Ein gut passendes Kondom sollte sich wie eine „zweite Haut“ anfühlen – fest genug, um nicht zu verrutschen, aber locker genug, um nicht einzuengen oder zu reißen.