Welche Risiken entstehen durch das unsachgemäße Ausziehen kontaminierter Einmalhandschuhe?

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Das unsachgemäße Ausziehen kontaminierter Einmalhandschuhe stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da die Schutzfunktion des Handschuhs im letzten Moment zunichtegemacht werden kann.

Hier sind die zentralen Risiken im Detail:

1. Direkte Kontamination der Haut (Autoinokulation)

Dies ist das häufigste Risiko. Wenn die Außenseite des Handschuhs (die mit Erregern, Chemikalien oder Körperflüssigkeiten belastet ist) beim Ausziehen die nackte Haut berührt, gelangen die Schadstoffe direkt auf den Körper.

  • Folge: Erreger können über kleine Hautrisse oder später durch unbewusstes Berühren von Mund, Nase oder Augen (Schleimhäute) in den Körper gelangen und Infektionen verursachen.

2. Verschleppung von Krankheitserregern (Kreuzkontamination)

Wird ein Handschuh falsch ausgezogen, können Partikel auf die Kleidung oder benachbarte Oberflächen (Türklinken, Telefone, Arbeitsflächen) gelangen.

  • Folge: Andere Personen oder man selbst zu einem späteren Zeitpunkt können sich an diesen kontaminierten Stellen infizieren, selbst wenn man dann keine Handschuhe mehr trägt.

3. Bildung von Aerosolen

Wenn Handschuhe ruckartig oder mit viel Spannung ausgezogen werden (das typische „Schnalzen“), können kleinste Tröpfchen oder Partikel, die an der Außenseite haften, in die Luft geschleudert werden.

  • Folge: Diese kontaminierten Aerosole können eingeatmet werden oder sich weiträumig in der Umgebung verteilen.

4. Chemische Belastung

In Laboren oder in der Industrie dienen Handschuhe oft als Schutz vor Chemikalien. Ein unsachgemäßes Ausziehen kann dazu führen, dass ätzende oder giftige Substanzen auf die Haut gelangen.

  • Folge: Chemische Verbrennungen, Hautreizungen oder die Aufnahme von Giftstoffen über die Haut (resorbierbare Stoffe).

5. Trügerisches Sicherheitsgefühl

Das Tragen von Handschuhen verleitet oft dazu, die anschließende Händedesinfektion zu vernachlässigen. Wenn beim Ausziehen Fehler passieren und danach keine gründliche Reinigung erfolgt, bleibt die Kontamination unbemerkt.

  • Folge: Die Infektionskette wird nicht unterbrochen.

Wie man es richtig macht (Die Technik):

Um diese Risiken zu minimieren, hat sich die „Pinch-and-Slide“-Methode (Greifen und Schieben) etabliert:

  1. Erster Handschuh: Den Handschuh im Bereich der Handwurzel (außen) greifen, ohne die Haut zu berühren, und ihn nach vorne über die Hand abziehen, sodass er sich auf links dreht. Den abgezogenen Handschuh in der noch behandschuhten Hand behalten.
  2. Zweiter Handschuh: Mit den Fingern der freien Hand vorsichtig unter den Rand des verbliebenen Handschuhs (an der Innenseite/Hautseite) schlüpfen und diesen ebenfalls nach vorne über die Hand und über den ersten Handschuh ziehen.
  3. Entsorgung: Das entstandene „Paket“ (beide Handschuhe sind nun mit der sauberen Innenseite nach außen ineinandergestülpt) sofort im Abfall entsorgen.
  4. Hygiene: Unverzüglich die Hände desinfizieren oder gründlich waschen.