Welche Probleme treten bei der manuellen Verarbeitung der schweren Kalksandstein-Plansteine auf der Baustelle auf?

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Die manuelle Verarbeitung von Kalksandstein-Plansteinen (KS-Plansteine) stellt auf Baustellen eine erhebliche Herausforderung dar, vor allem aufgrund des hohen Eigengewichts des Materials. Da Kalksandstein eine sehr hohe Rohdichte hat, wiegen bereits mittelgroße Formate oft mehr, als für die manuelle Handhabung ergonomisch zulässig oder zumutbar ist.

Hier sind die spezifischen Probleme, unterteilt in verschiedene Kategorien:

1. Gesundheitliche Belastungen (Ergonomie)

  • Hohes Eigengewicht: Kalksandstein ist massiv. Ein einzelner Planstein kann je nach Format (z. B. 12 DF oder 20 DF) weit über 20 bis 30 kg wiegen.
  • Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE): Das ständige Heben, Tragen und Versetzen der Steine führt zu einer extremen Belastung der Wirbelsäule (Bandscheiben), der Gelenke und der Muskulatur.
  • Verstoß gegen Arbeitsschutzrichtlinien: Die Lastenhandhabungsverordnung gibt Richtwerte vor. Werden schwere Steine dauerhaft ohne Hebehilfe (z. B. Minikran) versetzt, überschreitet dies oft die zulässigen Grenzwerte für Maurer.

2. Qualität und Präzision

  • Schwierige Justierung: Plansteine werden im Dünnbettverfahren verarbeitet (Fugenbreite ca. 1–3 mm). Da der Stein schwer ist, ist es schwierig, ihn händisch zentimetergenau in das Mörtelbett einzusetzen, ohne den Mörtel wegzudrücken oder die Ausrichtung zu ruinieren.
  • Ermüdung führt zu Fehlern: Mit zunehmender Arbeitsdauer lässt die Kraft nach. Das führt dazu, dass Steine ungenauer gesetzt werden, was bei Plansteinen kritisch ist, da Unebenheiten in den Folgeschichten kaum noch ausgeglichen werden können.

3. Effizienz und Wirtschaftlichkeit

  • Geringere Verlegegeschwindigkeit: Die rein manuelle Verarbeitung ist deutlich langsamer als die Arbeit mit Versetzgeräten. Die körperlichen Pausen müssen häufiger sein, und die Bewegungsabläufe verlangsamen sich im Laufe des Tages.
  • Hoher Personalbedarf: Um schwere Steine zu bewegen, müssen oft zwei Personen anpacken, was die Lohnkosten pro Quadratmeter Wandfläche in die Höhe treibt.

4. Werkzeug und Zuschnitt

  • Härte des Materials: Kalksandstein ist sehr hart. Das manuelle Schneiden oder Brechen (mit dem Maurerhammer) ist ungenau und körperlich anstrengend.
  • Staubentwicklung: Beim Trockenschnitt (z. B. mit der Flex/Winkelschleifer) entsteht extrem feiner, gesundheitsschädlicher Quarzstaub. Ohne professionelle Absaugung oder Nassschneidetische ist dies ein großes Gesundheitsrisiko (Silikosegefahr).
  • Verschleiß: Aufgrund der Dichte des Steins verschleißen Sägeblätter und Werkzeuge schneller als bei leichteren Materialien wie Porenbeton.

5. Logistik auf der Baustelle

  • Transportwege: Das Verteilen der schweren Steinpakete auf der Decke oder dem Gerüst erfordert eine hohe Tragfähigkeit der Konstruktion und oft den Einsatz von Hubwagen. Manuelles Umstapeln ist extrem zeit- und kraftraubend.

Zusammenfassung der Lösung

Um diese Probleme zu umgehen, hat sich in der modernen Baupraxis Folgendes etabliert:

  • Einsatz von Minikranen: Für großformatige KS-Plansteine (KS-XL) ist der Kran zwingend erforderlich.
  • Versetzhilfen: Handgriffe oder spezielle Zangen.
  • Elektrische Steinsägen: Nassschneidetische oder Bandsägen für präzise und staubarme Schnitte.

Fazit: Die rein manuelle Verarbeitung von schweren Kalksandstein-Plansteinen ist heute kaum noch zeitgemäß, da sie die Gesundheit der Handwerker gefährdet und die geforderte Präzision des Dünnbettmauerwerks erschwert.

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