Welche Probleme entstehen durch den Aufbau von Silikonschichten (Build-up-Effekt) bei bestimmten Conditionern?
Der sogenannte Build-up-Effekt entsteht, wenn sich bei jeder Haarwäsche neue Schichten von Silikonen (insbesondere nicht wasserlöslichen) um das Haar legen, ohne dass die alten Schichten vollständig entfernt werden. Während Silikone das Haar anfangs glänzend und geschmeidig machen, führt dieser Schichtaufbau langfristig zu verschiedenen Problemen:
1. Versiegelung gegen Pflege (Der „Schaufensterpuppen-Effekt“)
Das größte Problem ist die isolierende Wirkung der Silikonschicht. Das Haar wird nach außen hin versiegelt.
- Feuchtigkeitsmangel: Feuchtigkeit kann nicht mehr in das Innere des Haares (den Cortex) eindringen.
- Wirkungslosigkeit von Pflege: Teure Haarkuren oder Öle bleiben auf dem Silikonfilm liegen, statt das Haar zu nähren. Das Haar „verhungert“ und vertrocknet unter der glänzenden Hülle.
2. Beschweren der Haare
Silikone sind Kunststoffe, die ein gewisses Eigengewicht haben.
- Volumenverlust: Das Haar wird schwer und hängt platt herunter. Besonders bei feinem Haar führt Build-up dazu, dass Frisuren nicht mehr halten und das Haar kraftlos wirkt.
- Strähniges Aussehen: Die Haare wirken oft schon kurz nach der Wäsche wieder fettig oder „belegt“, da sich auch Talg und Schmutz leichter an der klebrigen Silikonschicht festsetzen.
3. Haarbruch und Spliss (Paradoxe Wirkung)
Obwohl Silikone Spliss optisch kurzzeitig „zusammenkleben“, fördern sie langfristig Haarbruch:
- Durch die fehlende Feuchtigkeit im Inneren wird das Haar spröde und unflexibel.
- Wenn das Haar unter der Schicht austrocknet, verliert es seine Elastizität und bricht bei mechanischer Belastung (Bürsten, Zopfgummi) schneller.
4. Probleme beim Färben und Tönen
Friseure kämpfen oft mit silikonüberladenem Haar:
- Schlechte Farbannahme: Die Farbpigmente können die Silikonschicht nicht gleichmäßig durchdringen. Das Ergebnis wird oft fleckig oder die Farbe wäscht sich extrem schnell wieder aus.
- Chemische Reaktionen: Bei Blondierungen kann die Hitzeentwicklung unter dem Silikonmantel unkontrollierbar werden, was die Haarstruktur massiv schädigt.
5. Kopfhautprobleme
Wenn silikonhaltige Conditioner direkt auf die Kopfhaut gelangen (was man vermeiden sollte):
- Porenverstopfung: Die Silikone können die Poren der Kopfhaut verstopfen.
- Irritationen: Dies kann zu Juckreiz, Schuppenbildung oder im schlimmsten Fall zu einer gestörten Talgproduktion führen.
6. Umweltbelastung
Viele der Silikone, die den Build-up-Effekt verursachen (z. B. Dimethicone), sind schwer biologisch abbaubar. Sie gelangen über das Abwasser in die Umwelt und reichern sich in Gewässern an.
Woran erkennt man die „Übeltäter“?
Nicht alle Silikone sind gleich. Man unterscheidet:
- Nicht wasserlösliche Silikone (starker Build-up): z. B. Dimethicone, Cyclomethicone, Amodimethicone. Sie lassen sich nur mit aggressiven Tensiden entfernen.
- Wasserlösliche Silikone (kaum Build-up): z. B. Trideceth-12, Dimethicone Copolyo, Lauryl Methicone Copolyol.
Lösung bei Build-up:
- Tiefenreinigungsshampoo (Clarifying Shampoo): Einmalige Anwendung, um die Schichten „aufzuknacken“ und abzuwaschen.
- Umstieg auf silikonfreie Produkte: Oder zumindest auf Produkte mit wasserlöslichen Silikonen.
- Essigspülung (Saure Rinse): Kann helfen, leichte Rückstände zu lösen und die Schuppenschicht zu schließen.