Welche Probleme können entstehen, wenn die Rückholschnur der Liebesknochen reißt oder beschädigt ist?

Melden

Wenn die Rückholschnur von Liebeskugeln reißt oder beschädigt ist, löst das bei vielen Betroffenen erst einmal Panik aus. Es ist jedoch wichtig zu wissen: Die Kugeln können nicht im Körper „verschwinden“, da der Muttermund den Weg in die Gebärmutter versperrt. Die Vagina ist ein in sich abgeschlossener Schlauch.

Dennoch können einige Probleme und Risiken entstehen:

1. Schwierigkeiten bei der Entfernung

Das offensichtlichste Problem ist, dass man die Kugeln nicht mehr einfach herausziehen kann. Ohne die Schnur gibt es keinen direkten Griffpunkt. Wenn man dann in Panik gerät, verkrampft sich die Beckenbodenmuskulatur, was die Kugeln noch fester umschließt und das Herausgleiten verhindert.

2. Verletzungsgefahr durch unsachgemäße Hilfsmittel

Das größte Risiko geht oft nicht von der festsitzenden Kugel aus, sondern von verzweifelten Versuchen, sie zu bergen.

  • Benutzung von Gegenständen: Versuchen Sie niemals, die Kugeln mit Pinzetten, Scheren, Häkelnadeln oder anderen harten Gegenständen herauszuholen. Die Schleimhaut der Vagina ist sehr empfindlich und es kann zu schweren Schnitt- oder Risswunden kommen.
  • Lange Fingernägel: Auch scharfe Fingernägel können die Schleimhaut verletzen und Infektionen begünstigen.

3. Psychischer Stress und Angst

Die Vorstellung, einen Fremdkörper nicht mehr selbst entfernen zu können, löst oft Scham und Angst aus. Dieser Stress führt zu einer Anspannung des Beckenbodens, was ein „natürliches“ Herausrutschen (z. B. durch Pressen) erschwert.

4. Reizungen und Infektionsrisiko (bei langem Verbleib)

Liebeskugeln bestehen meist aus körperfreundlichem Silikon oder anderen medizinischen Materialien. Dennoch sollten sie nicht über viele Tage im Körper verbleiben:

  • Bakterienansammlung: Wenn die Kugeln zu lange im Körper bleiben (z. B. über 24-48 Stunden hinaus), kann sich das natürliche Scheidenmilieu verändern, was zu Entzündungen oder einer bakteriellen Vaginose führen kann.
  • Geruchsbildung: Nach längerer Zeit können Sekrete an den Kugeln haften, die unangenehme Gerüche entwickeln.

Was tun, wenn die Schnur gerissen ist?

Sollte dieser Fall eintreten, bewahren Sie Ruhe und probieren Sie folgende Schritte:

  1. Entspannen: Versuchen Sie, tief durchzuatmen. Ein warmes Bad kann helfen, die Muskulatur zu lockern.
  2. Hockposition: Gehen Sie tief in die Hocke. Diese Position verkürzt den Scheidenkanal.
  3. Pressen: Nutzen Sie die Bauchpresse (ähnlich wie beim Stuhlgang oder bei einer Geburt). Oft rutschen die Kugeln dadurch weit genug nach unten, dass man sie mit zwei sauberen Fingern greifen kann.
  4. Gleitgel verwenden: Ein wenig wasserbasiertes Gleitgel kann helfen, den Reibungswiderstand zu verringern, damit die Kugeln leichter nach unten rutschen.

Wann zum Arzt?

Wenn Sie die Kugeln nach mehreren Versuchen (spätestens nach 12–24 Stunden) nicht selbst entfernen können oder Schmerzen auftreten, sollten Sie einen Frauenarzt oder eine gynäkologische Notaufnahme aufsuchen.

Für Mediziner ist das ein Routineeingriff, der nur wenige Sekunden dauert. Sie verfügen über die richtigen Instrumente (Spekulum), um die Kugeln schmerzfrei und sicher zu entfernen. Scham ist hier unbegründet – die Gesundheit geht vor.

Präventions-Tipp: Überprüfen Sie die Rückholschnur vor jeder Anwendung durch leichtes Ziehen. Wenn das Material spröde wirkt oder Risse zeigt, sollten die Kugeln entsorgt oder (falls möglich) die Schnur ersetzt werden.

0