Welche negativen Auswirkungen hat die aggressive Chemie des Sprays auf Kunststoffteile und Dichtungen im Ansaugweg?

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Die Verwendung von aggressiven Reinigungssprays (wie Bremsenreiniger, Drosselklappenreiniger oder minderwertige Ansaugwege-Reiniger) kann an modernen Motoren mit Kunststoff-Ansaugbrücken und empfindlichen Dichtungen erhebliche Schäden verursachen.

Hier sind die spezifischen negativen Auswirkungen im Detail:

1. Auswirkungen auf Kunststoffteile (z. B. Ansaugkrümmer, Gehäuse)

Die meisten Kunststoffe im Ansaugtrakt (oft Polyamide wie PA66) sind zwar hitzebeständig, reagieren aber empfindlich auf bestimmte Lösungsmittel (z. B. Aceton, Toluol oder Xylol).

  • Entzug von Weichmachern (Versprödung): Aggressive Chemikalien lösen die Weichmacher aus dem Kunststoff. Das Material wird spröde, verliert seine Flexibilität und kann bei Vibrationen oder thermischer Belastung reißen.
  • Spannungsrisskorrosion: Die Chemie dringt in mikroskopische Oberflächenfehler ein. Zusammen mit den mechanischen Spannungen im Motorraum führt dies zu tiefen Rissen, die bis zum kompletten Bauteilversagen führen können.
  • Oberflächenveränderung: Der Kunststoff kann "aufquellen" oder an der Oberfläche klebrig werden, da die Polymerketten angelöst werden. Dies kann den Luftstrom (Strömungswiderstand) negativ beeinflussen.

2. Auswirkungen auf Dichtungen (Elastomere)

Dichtungen bestehen meist aus Elastomeren wie NBR, FKM (Viton) oder Silikon. Jedes Material reagiert unterschiedlich auf Lösungsmittel:

  • Quellen (Volumenzunahme): Viele Reiniger lassen Gummidichtungen massiv aufquellen. Eine aufgequollene Dichtung passt nicht mehr in ihre Nut, wird gequetscht oder verliert ihre Dichtkraft, sobald das Lösungsmittel wieder verdampft.
  • Schrumpfen und Erhärten: Nachdem das Lösungsmittel verdunstet ist, hinterlässt es oft eine Dichtung, die kleiner und härter ist als zuvor. Dies führt unweigerlich zu Falschluft-Problemen, da die Dichtung nicht mehr elastisch genug ist, um Unebenheiten auszugleichen.
  • Zersetzung: Im schlimmsten Fall (z. B. Bremsenreiniger auf bestimmten Gummimischungen) kann sich die Dichtung regelrecht auflösen oder eine schlammige Konsistenz annehmen.

3. Gefahr für Sensoren (MAF / MAP)

Im Ansaugweg sitzen empfindliche Sensoren wie der Luftmassenmesser (LMM/MAF) oder der Saugrohrdrucksensor (MAP).

  • Beschichtungsschäden: Die Messdrähte oder Filmwiderstände in MAF-Sensoren sind oft hauchdünn beschichtet. Aggressive Reiniger können diese Schutzschicht zerstören.
  • Rückstände: Wenn der Reiniger verdunstet, hinterlässt er oft einen chemischen Film auf dem Sensorelement. Dies führt zu falschen Messwerten, unruhigem Motorlauf und erhöhtem Kraftstoffverbrauch.

4. Mechanische Bauteile (Drallklappen / Drosselklappe)

  • Auswaschen von Schmierstoffen: In der Ansaugbrücke befinden sich oft bewegliche Teile wie Drallklappen (Wirbelklappen). Der Reiniger wäscht die lebenswichtige Dauerschmierung aus den Lagern dieser Klappen. Die Folge ist ein erhöhter Verschleiß, Klemmen der Klappen oder sogar ein Bruch, bei dem Teile in den Brennraum gelangen können (Motorschaden-Gefahr!).

Zusammenfassung und Empfehlung

Das Hauptproblem: Viele billige Reiniger sind auf Basis von Aceton oder hochkonzentrierten Kohlenwasserstoffen gemischt. Diese lösen zwar Fett und Ölkohle hervorragend, sind aber zu aggressiv für moderne Verbundwerkstoffe.

Was man stattdessen tun sollte:

  1. Spezialreiniger verwenden: Nur Reiniger nutzen, die explizit als "Sensor-safe" oder für "Kunststoff-Ansaugwege" gekennzeichnet sind.
  2. Einwirkzeit minimieren: Den Reiniger nie lange auf Kunststoff oder Gummi stehen lassen.
  3. Mechanische Reinigung: Wo möglich, Bauteile ausbauen und mechanisch reinigen, anstatt große Mengen Chemie durch den Ansaugtrakt zu jagen.
  4. Kein Bremsenreiniger: Bremsenreiniger gehört nicht in den Ansaugtrakt moderner Motoren, da er extrem entfettend wirkt und fast alle gängigen Kunststoffe und Dichtungen angreift.
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