Welche Nebenwirkungen können bei einer Überdosierung von Magnesium auftreten?

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Eine Überdosierung von Magnesium (medizinisch Hypermagnesiämie genannt) ist bei gesunden Menschen eher selten, da die Nieren überschüssiges Magnesium normalerweise effizient über den Urin ausscheiden. Wenn man jedoch sehr große Mengen über Nahrungsergänzungsmittel einnimmt oder die Nierenfunktion eingeschränkt ist, kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen.

Die Symptome lassen sich je nach Schweregrad unterteilen:

1. Leichte Überdosierung (häufigste Form)

Bei einer moderaten Überschreitung der Tagesdosis (oft schon ab ca. 300–500 mg zusätzlich zur Nahrung) treten vor allem Magen-Darm-Beschwerden auf:

  • Durchfall: Dies ist das typische erste Anzeichen. Magnesium bindet Wasser im Darm und wirkt abführend.
  • Übelkeit und Erbrechen.
  • Bauchkrämpfe.

2. Mittelschwere Überdosierung

Steigt der Magnesiumspiegel im Blut weiter an (meist durch sehr hochdosierte Präparate oder bei Nierenschwäche), kommen neurologische und kardiovaskuläre Symptome hinzu:

  • Blutdruckabfall (Hypotonie): Magnesium entspannt die Gefäße.
  • Muskelschwäche: Da Magnesium die Reizübertragung zwischen Nerven und Muskeln beeinflusst.
  • Müdigkeit und Schläfrigkeit: Eine allgemeine Lethargie macht sich breit.
  • Rötung des Gesichts (Flush): Ein Wärmegefühl und Hautrötung.
  • Verlust der Eigenreflexe: (z. B. der Patellarsehnenreflex am Knie lässt nach).

3. Schwere Überdosierung (Notfall)

Bei extrem hohen Konzentrationen im Blut (oft erst durch medizinische Fehlbehandlungen oder schweres Nierenversagen) wird es lebensgefährlich:

  • Atemdepression: Die Atemmuskulatur wird zu schwach, das Atmen fällt schwer.
  • Herzrhythmusstörungen: Die elektrische Leitung am Herzen wird gestört.
  • Herzstillstand und Koma.

Wer ist besonders gefährdet?

  • Menschen mit Nierenerkrankungen: Da die Ausscheidung nicht mehr richtig funktioniert, sammelt sich Magnesium schnell im Körper an.
  • Personen, die hochdosierte Abführmittel oder Antazida (gegen Sodbrennen) einnehmen, die Magnesium enthalten.

Was tun?

  • Bei leichtem Durchfall: Die Dosis des Magnesiumpräparats reduzieren oder es ganz weglassen. Meist verschwinden die Symptome innerhalb von 1–2 Tagen von selbst.
  • Bei schweren Symptomen (Verwirrung, Atemnot, extremer Blutdruckabfall): Sofort einen Arzt aufsuchen oder den Notruf wählen.

Wichtiger Hinweis: Die empfohlene Tagesdosis für zusätzliche Magnesiumpräparate liegt laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bei 250 mg, verteilt auf mindestens zwei Portionen pro Tag, um Durchfall zu vermeiden.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Beratung.

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