Welche Nachteile oder Einschränkungen ergeben sich bei der Nutzung eines Durchlauferhitzers?
Die Nutzung eines Durchlauferhitzers bietet zwar Vorteile wie Platzersparnis und hygienisch einwandfreies Wasser (da kein stehendes Wasser), bringt aber auch spezifische Nachteile und Einschränkungen mit sich.
Hier sind die wichtigsten Punkte im Überblick:
1. Hohe Betriebskosten (bei Elektro-Geräten)
Der größte Nachteil sind die laufenden Kosten. Strom ist in Deutschland deutlich teurer als Gas oder Heizöl. Da elektrische Durchlauferhitzer das Wasser unmittelbar mit Strom erhitzen, ist der Preis pro Kilowattstunde Wärmeenergie sehr hoch.
- Beispiel: Eine Kilowattstunde Wärme aus Gas kostet oft nur einen Bruchteil einer Kilowattstunde Strom.
2. Begrenzte Durchflussmenge (Schüttleistung)
Ein Durchlauferhitzer kann pro Minute nur eine bestimmte Menge Wasser erhitzen. Das ist physikalisch durch die Heizleistung (kW) begrenzt.
- Einschränkung: Wenn Sie gleichzeitig an zwei Stellen (z. B. Dusche und Küchenspüle) heißes Wasser benötigen, sinkt entweder die Temperatur oder der Wasserdruck massiv ab.
- Problem bei Regenduschen: Moderne "Rainshower"-Duschköpfe benötigen oft mehr Wasser pro Minute, als ein Standard-Durchlauferhitzer (z. B. mit 18 oder 21 kW) ausreichend stark erwärmen kann.
3. Temperaturschwankungen (bei hydraulischen Modellen)
Es gibt zwei Arten von Durchlauferhitzern: elektronische und ältere hydraulische Modelle.
- Hydraulische Modelle: Diese reagieren auf Druckunterschiede. Wenn jemand anderes im Haus die Toilettenspülung betätigt, kann das Wasser in der Dusche plötzlich eiskalt oder brühend heiß werden.
- Elektronische Modelle: Diese gleichen das besser aus, sind aber in der Anschaffung teurer.
4. Hohe Anforderungen an die Elektroinstallation
Ein leistungsstarker Durchlauferhitzer (meist 18 kW bis 27 kW für das Bad) benötigt einen Starkstromanschluss (400V).
- In Altbauten müssen oft erst neue Leitungen gezogen werden, da die normale Hausleitung für diese Last nicht ausgelegt ist.
- Die Installation darf nur durch einen Fachbetrieb erfolgen.
5. Verzögerung beim Warmwasser
Obwohl das Wasser "sofort" erhitzt wird, muss das kalte Wasser, das noch in der Leitung zwischen Gerät und Wasserhahn steht, erst abfließen. Zudem benötigt das Heizelement einige Sekunden, um auf volle Temperatur zu kommen.
- Es geht also immer eine kleine Menge Wasser ungenutzt verloren, bis es warm wird.
6. Mindestfließmenge
Durchlauferhitzer benötigen einen gewissen Mindestdruck bzw. eine Mindestmenge an durchfließendem Wasser, um überhaupt anzuspringen ("Einschaltmenge").
- Wenn Sie den Wasserhahn nur ganz leicht aufdrehen (z. B. zum Händewaschen mit kleinem Strahl), bleibt das Wasser oft kalt, weil das Gerät nicht aktiviert wird.
7. Keine Kopplung mit erneuerbaren Energien (direkt)
Im Gegensatz zu einem zentralen Warmwasserspeicher kann ein elektrischer Durchlauferhitzer keine Wärme von einer Solarthermieanlage oder einer Wärmepumpe zwischenspeichern. Er nutzt immer "frischen", teuren Strom in dem Moment, in dem Sie das Wasser brauchen.
- Hinweis: Es gibt zwar "solarfähige" Modelle, die bereits vorgewärmtes Wasser aufnehmen, diese sind jedoch technisch aufwendiger.
8. Abhängigkeit vom Stromnetz
Bei einem Stromausfall gibt es kein warmes Wasser. Ein klassischer Warmwasserspeicher hält das Wasser hingegen noch über viele Stunden (oder sogar Tage) warm, selbst wenn die Heizung ausfällt.
Zusammenfassung
Ein Durchlauferhitzer eignet sich hervorragend für wenig genutzte Entnahmestellen (Gäste-WC) oder in Wohnungen, in denen eine zentrale Warmwasserversorgung baulich nicht möglich ist. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit hohem Warmwasserbedarf ist er aufgrund der hohen Stromkosten und der begrenzten Wassermenge oft die unwirtschaftlichere und unkomfortablere Lösung.