Besteht bei der Nutzung eines Durchlauferhitzers ein Risiko für Legionellenbildung im Trinkwasser?

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Bei der Nutzung eines Durchlauferhitzers ist das Risiko für Legionellenbildung im Vergleich zu zentralen Warmwasserspeichern extrem gering.

Hier sind die Gründe, warum Durchlauferhitzer in Bezug auf Legionellen als sehr sicher gelten:

1. Das „Frischwasser-Prinzip“ (Keine Speicherung)

Legionellen vermehren sich vor allem dort, wo warmes Wasser über längere Zeit bei Temperaturen zwischen 25 °C und 45 °C steht (Stagnationswasser).

  • Zentrale Speicher: Hier lagern oft hunderte Liter warmes Wasser. Wenn die Temperatur im Speicher zu niedrig ist, können sich Legionellen massenhaft vermehren.
  • Durchlauferhitzer: Er erhitzt das Wasser erst in dem Moment, in dem Sie den Wasserhahn aufdrehen. Es gibt keinen Vorratstank, in dem Wasser „alt“ werden könnte. Das Wasser ist also immer frisch aus der Leitung.

2. Geringes Leitungsvolumen (Die 3-Liter-Regel)

In der deutschen Trinkwasserverordnung und den entsprechenden DIN-Normen gibt es die sogenannte „3-Liter-Regel“.

  • Anlagen mit einem Wasserinhalt von weniger als 3 Litern in der Rohrleitung zwischen dem Erwärmer und der Entnahmestelle gelten als „Kleinanlagen“.
  • Durchlauferhitzer werden fast immer in unmittelbarer Nähe der Zapfstelle (Bad oder Küche) installiert. Das Volumen in den Rohren ist daher meist weit unter 3 Litern. Da dieses geringe Volumen bei jeder Nutzung schnell ausgetauscht wird, haben Bakterien keine Zeit, Kolonien zu bilden.

Wann besteht trotzdem ein (geringes) Risiko?

Trotz der sicheren Technik gibt es Situationen, in denen man vorsichtig sein sollte:

  • Stagnation nach Urlaub: Wenn Sie mehrere Wochen nicht zu Hause waren, steht das Wasser in den Leitungen (sowohl Kalt- als auch Warmwasser). Hier können sich Mikroorganismen vermehren.
    • Lösung: Lassen Sie nach längerer Abwesenheit das Wasser an allen Hähnen für einige Minuten laufen (dabei den Raum lüften und den Sprühnebel nicht einatmen).
  • Totleitungen: Wenn es in Ihrer Wohnung Rohre gibt, die „blind“ enden oder nie benutzt werden, kann dort Wasser stehen und das restliche System kontaminieren.
  • Duschköpfe: In verkalkten Duschköpfen kann nach dem Duschen Wasser zurückbleiben.
    • Lösung: Duschköpfe regelmäßig entkalken und reinigen.

Fazit

Ein Durchlauferhitzer ist eines der hygienischsten Systeme zur Warmwasserbereitung. Da kein warmes Wasser gespeichert wird, entfällt die Hauptursache für Legionellenwachstum. Eine thermische Desinfektion (Aufheizen auf über 60 °C), wie sie bei großen Speichern Pflicht ist, ist bei einem Durchlauferhitzer im privaten Haushalt normalerweise nicht notwendig.

Tipp für die Energieeffizienz: Sie können Ihren Durchlauferhitzer bedenkenlos auf Ihre persönliche Wohlfühltemperatur einstellen (z. B. 38 °C oder 42 °C). Sie müssen ihn aus Angst vor Legionellen nicht auf 60 °C hochdrehen.