Welche modernen Servierformen, wie zum Beispiel „Cold Brew Tea“, eignen sich besonders zur Umsatzsteigerung im Sommergeschäft?
Um im Sommergeschäft den Umsatz zu steigern, reicht es heute oft nicht mehr aus, nur klassische Kaltgetränke anzubieten. Gäste suchen im Sommer nach Erfrischung, Ästhetik (Instagrammability) und gesundheitsbewussten Alternativen.
Hier sind moderne Servierformen und Getränkekonzepte, die besonders margenstark sind und den Umsatz ankurbeln:
1. Tea-Evolutions (Jenseits von klassischem Eistee)
- Cold Brew Tea: Im Gegensatz zu heiß aufgebrühtem Eistee wird der Tee über Stunden (oder über Nacht) in kaltem Wasser gezogen.
- Vorteil: Weniger Bitterstoffe, natürliche Süße, sehr geringer Wareneinsatz bei hohem Verkaufspreis.
- Sparkling Tea: Kalt aufgebrühter Tee, der mit Kohlensäure versetzt oder mit Tonic Water aufgefüllt wird.
- Umsatz-Tipp: Als alkoholfreie Alternative zum Prosecco in edlen Sektgläsern servieren.
- Nitro Tea: Ähnlich wie Nitro Coffee wird der Tee mit Stickstoff versetzt, was ihm eine cremige Textur und eine Schaumkrone verleiht.
2. Coffee-Innovationen
- Espresso Tonic: Ein Klassiker, der immer noch wächst. Espresso auf Eis, aufgefüllt mit Tonic Water und einer Scheibe Grapefruit oder einem Zweig Rosmarin.
- Coffee Lemonade: Eine Mischung aus Cold Brew Coffee, Zitronensaft, Sirup und kohlensäurehaltigem Wasser. Überraschend erfrischend und modern.
- Cold Foam: Statt heißem Milchschaum wird kalte Milch (oder Hafermilch) mit speziellen Mixern zu einem festen, kalten Schaum geschlagen und auf Iced Beverages gesetzt.
- Umsatz-Tipp: Ein Aufpreis für „Cold Foam“ wird von Kunden meist akzeptiert.
3. Botanicals & Shrubs (Säurespiel)
- Shrubs: Frucht-Essig-Sirupe, die mit Sprudelwasser aufgefüllt werden. Sie bieten eine komplexe Süße-Säure-Struktur, die erwachsener wirkt als normale Limonade.
- Infused Water 2.0: Nicht nur Gurke/Minze, sondern Kombinationen wie Erdbeere-Basilikum oder Ananas-Salbei.
- Präsentation: In großen Glas-Dispensern auf der Theke platziert, fördern sie Impulskäufe.
4. "Frozen" – Die Rückkehr des Slushies (in Premium)
- Frosé (Frozen Rosé): Roséwein, Erdbeerpüree und Eis im Mixer zu einem feinen Sorbet verarbeitet. Ein absoluter Umsatzbringer auf Terrassen.
- Frozen Gin Tonic: Der Klassiker als Slush-Variante mit hochwertigem Gin und frischen Botanicals.
- Grown-up Slushies: Hochwertige Fruchtpürees mit Kräutern (z. B. Maracuja-Rosmarin) als alkoholfreie Premium-Variante.
5. Präsentations- & Servierformen (Das "Auge" kauft mit)
- Tasting Flights: Bieten Sie ein Set aus drei kleinen Gläsern verschiedener Cold Brews oder Limonaden an. Gäste probieren gerne und der Durchschnittsbon steigt.
- Table-side Finishing: Der Gast erhält ein Glas mit Eis, Früchten und Kräutern, und der hausgemachte Eistee oder Limonade wird erst am Tisch aus einer schicken Karaffe eingegossen. Das schafft ein Erlebnis-Gefühl („Experience“).
- Edible Flowers & Fancy Ice: Eiswürfel, in denen Beeren oder essbare Blüten eingefroren sind. Dies wertet jedes einfache Mineralwasser massiv auf und rechtfertigt einen höheren Preis.
6. Low-ABV & Mindful Drinking
- Pimm’s Cup Variationen: Wenig Alkohol, viel frisches Obst und Kräuter.
- White Port & Tonic: Die leichtere Alternative zum Gin Tonic, perfekt für den Nachmittag.
- Reverse Cocktails: Drinks, bei denen der Wermut oder Sherry die Hauptrolle spielt und der harte Alkohol nur als „Modifier“ in kleinen Mengen dient.
Strategischer Tipp zur Umsatzsteigerung:
Nutzen Sie „Signature Garnishes“. Ein Getränk, das mit einem gebrannten Rosmarinzweig, einer Dörrobst-Scheibe oder einer speziellen Gewürzmischung am Glasrand serviert wird, sorgt dafür, dass Tischnachbarn fragen: „Was ist das? Das will ich auch!“
Zusammenfassend: Der Fokus sollte auf Handmades (hausgemacht), Botanicals (natürlich/kräuterlastig) und der optischen Inszenierung liegen. Die Gäste sind im Sommer bereit, für ein inszeniertes Erlebnis deutlich mehr zu zahlen als für ein Standardgetränk aus der Flasche.