Welche Medikamente gegen Osteoporose vertragen sich nicht mit gleichzeitiger Calciumgabe?

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Bei der Behandlung von Osteoporose ist die zeitgleiche Einnahme von Calcium und bestimmten Medikamenten problematisch, da Calcium die Aufnahme der Wirkstoffe im Darm massiv behindern kann. Das Medikament wird dann einfach ungenutzt ausgeschieden.

Hier sind die wichtigsten Gruppen von Medikamenten, die nicht gleichzeitig mit Calcium (oder milchprodukten) eingenommen werden dürfen:

1. Bisphosphonate (die am häufigsten verschriebenen Medikamente)

Dies ist die wichtigste Gruppe. Calcium bindet sich im Magen-Darm-Trakt an das Bisphosphonat und bildet einen Komplex, der vom Körper nicht aufgenommen werden kann.

  • Wirkstoffe: Alendronsäure (z. B. Fosamax), Risedronsäure (z. B. Actonel), Ibandronsäure (z. B. Bonviva).
  • Regel: Diese Medikamente müssen morgens nüchtern mit einem Glas Leitungswasser eingenommen werden. Danach darf man mindestens 30 bis 60 Minuten (je nach Präparat) nichts essen, nichts anderes trinken (kein Kaffee, Tee oder Saft) und vor allem kein Calcium (weder als Tablette noch als Milchprodukt) zu sich nehmen.

2. Fluorid-Präparate

Obwohl sie heute seltener zur Osteoporose-Behandlung eingesetzt werden als früher, ist die Wechselwirkung hier besonders stark.

  • Wirkstoff: Natriumfluorid.
  • Regel: Calcium und Fluorid bilden schwer lösliches Calciumfluorid. Zwischen der Einnahme von Fluorid und Calcium (oder Milch) sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens 2 Stunden liegen.

3. Strontiumranelat

Dieser Wirkstoff wird heute nur noch selten eingesetzt (z. B. Protelos), da er strengen Anwendungsbeschränkungen unterliegt.

  • Regel: Calcium und Strontium nutzen die gleichen Aufnahmewege im Darm und verdrängen sich gegenseitig. Auch hier wird ein Abstand von mindestens 2 Stunden empfohlen.

4. Wichtiger Hinweis: Schilddrüsenhormone

Viele Osteoporose-Patienten nehmen auch Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin) ein.

  • Regel: Auch L-Thyroxin verträgt sich nicht mit Calcium. Calcium hemmt die Aufnahme der Hormone. Hier sollte ein Abstand von mindestens 2 bis 4 Stunden eingehalten werden (L-Thyroxin morgens nüchtern, Calcium am Mittag oder Abend).

Was ist mit anderen Osteoporose-Medikamenten?

  • Denosumab (Prolia): Da dies gespritzt wird (alle 6 Monate), gibt es im Magen keine Wechselwirkung mit Calcium. Tatsächlich ist eine ausreichende Calciumzufuhr unter Prolia sogar zwingend erforderlich, um einen Calciummangel im Blut zu verhindern.
  • Raloxifen (Evista): Hier ist die gleichzeitige Einnahme mit Calcium in der Regel unproblematisch.
  • Teriparatid (Forsteo): Wird ebenfalls gespritzt, daher keine direkte Wechselwirkung bei der Aufnahme.

Zusammenfassung der "Goldenen Regel":

Wenn Sie Osteoporose-Tabletten (Bisphosphonate) nehmen:

  1. Morgens direkt nach dem Aufstehen: Tablette nur mit Leitungswasser.
  2. Warten: 30 bis 60 Minuten (Packungsbeilage beachten!).
  3. Danach: Erst jetzt frühstücken und bei Bedarf das Calcium-Präparat einnehmen.

Tipp: Viele Ärzte empfehlen heute, das Calcium-Präparat abends einzunehmen, da der Knochenabbau nachts besonders aktiv ist und so die nächtliche Calciumversorgung sichergestellt ist – zudem umgeht man so fast alle Wechselwirkungen mit den Morgen-Medikamenten.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen kein Gespräch mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

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