Welche Inhaltsstoffe sind typischerweise in herkömmlichen Geschirrspülmitteln enthalten?

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Herkömmliche Geschirrspülmittel sind komplexe Mischungen aus verschiedenen chemischen Substanzen, die jeweils spezifische Aufgaben bei der Reinigung erfüllen. Man unterscheidet dabei grundlegend zwischen Handgeschirrspülmitteln und Maschinengeschirrspülmitteln (Tabs/Pulver), da sie unterschiedlich funktionieren.

Hier ist eine Übersicht der typischen Inhaltsstoffe:

1. Tenside (Waschaktive Substanzen) – Der wichtigste Bestandteil

Tenside lösen Fett und Schmutz von der Oberfläche und halten sie im Wasser Schwebe.

  • Anionische Tenside: Sie haben eine hohe Reinigungskraft und sorgen für die starke Schaumbildung (besonders in Handspülmitteln).
  • Nichtionische Tenside: Sie wirken gut gegen Fett und werden vor allem in Spülmaschinenmitteln eingesetzt, da sie weniger schäumen (Schaum würde die Maschine blockieren).
  • Amphotere Tenside: Sie sind oft milder und werden in Handspülmitteln kombiniert, um die Hautverträglichkeit zu verbessern.

2. Gerüststoffe (Builder)

Diese Stoffe enthärten das Wasser, damit die Tenside besser wirken können, und verhindern Kalkablagerungen auf dem Geschirr.

  • Zitrate (Natriumcitrat): Umweltfreundlicher Ersatz für Phosphate.
  • Phosphate: Früher Standard, heute in der EU für Haushaltsreiniger weitgehend verboten/beschränkt, da sie Gewässer überdüngen.
  • Polycarboxylate und Phosphonate: Synthetische Polymere, die Kalk binden.
  • Zeolithe: Mineralien zur Wasserenthärtung.

3. Enzyme (vor allem in Maschinenspülmitteln)

Enzyme spalten hartnäckige Speisereste auf, die durch Tenside allein schwer löslich sind.

  • Proteasen: Spalten Eiweiße (z. B. Fleischreste, Ei, Milch).
  • Amylasen: Spalten Stärke (z. B. Nudeln, Kartoffeln, Reis).

4. Bleichmittel (nur in Maschinenspülmitteln)

Bleichmittel entfernen farbige Flecken wie Tee- oder Kaffeerückstände und wirken desinfizierend.

  • Bleichmittel auf Sauerstoffbasis: Meist Natriumpercarbonat. Es setzt bei höheren Temperaturen Sauerstoff frei.
  • Bleichaktivatoren (z. B. TAED): Sorgen dafür, dass das Bleichmittel bereits bei niedrigen Temperaturen (ab 40 °C) wirkt.

5. Hilfs- und Zusatzstoffe

  • Lösungsmittel: Wie Ethanol oder Isopropanol (besonders in Handspülmitteln), um die Mischung stabil zu halten.
  • Konservierungsmittel: Verhindern das Wachstum von Bakterien im flüssigen Spülmittel (z. B. Benzisothiazolinone oder Methylisothiazolinone – diese können für Allergiker relevant sein).
  • Duftstoffe: Sorgen für den typischen "Zitronenfrische"-Geruch (z. B. Limonene, Citral).
  • Farbstoffe: Dienen der Optik.
  • Hautschutzstoffe: In Handspülmitteln finden sich oft Rückfetter wie Aloe Vera, Glycerin oder Proteine, um das Austrocknen der Hände zu verhindern.

6. Speziell für die Spülmaschine (Klarspüler & Salze)

  • Säuren (z. B. Zitronensäure): Im Klarspüler enthalten, um Kalkschleier zu neutralisieren.
  • Spezialsalz (Natriumchlorid): Dient zur Regenerierung des eingebauten Ionenaustauschers (Wasserenthärter) in der Maschine.

Zusammenfassung der Unterschiede:

Inhaltsstoff Handspülmittel Maschinenspülmittel (Tabs/Pulver)
Schaum Erwünscht (Reinigungskontrolle) Unerwünscht (Gefahr für die Pumpe)
pH-Wert Hautneutral bis leicht sauer Alkalisch (stark ätzend, um Fett zu verseifen)
Enzyme Selten Standard
Bleichmittel Nein Ja

Hinweis zur Umwelt: Viele herkömmliche Mittel enthalten erdölbasierte Tenside und schwer abbaubare Duftstoffe. Ökologische Alternativen setzen stattdessen auf pflanzliche Tenside (z. B. aus Zucker oder Kokosfett) und verzichten auf Phosphate und aggressive Konservierungsmittel.

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