Welche Inhaltsstoffe sind typischerweise in Haarspray enthalten?

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Haarspray besteht aus einer komplexen Mischung chemischer Verbindungen, die zusammenarbeiten, um dem Haar Halt zu geben, ohne es (idealerweise) zu stark zu verkleben. Die Inhaltsstoffe lassen sich in verschiedene Funktionsgruppen unterteilen:

1. Lösungsmittel (Solvents)

Das Lösungsmittel hält alle anderen Inhaltsstoffe in flüssiger Form, damit sie versprüht werden können. Sobald das Spray auf das Haar trifft, verdunstet das Lösungsmittel.

  • Ethanol (Alkohol denat.): Der am häufigsten verwendete Stoff. Er trocknet sehr schnell.
  • Wasser: Wird oft in Kombination mit Alkohol verwendet, um die Rezeptur zu strecken oder die Entflammbarkeit zu senken.

2. Filmbildner / Polymere (Die eigentlichen „Kleber“)

Dies sind die wichtigsten Wirkstoffe. Sie legen sich wie ein unsichtbares Netz um die Haarfasern und verbinden sie an den Kontaktstellen.

  • PVP (Polyvinylpyrrolidon): Ein klassischer Festiger.
  • VA (Vinylacetat): Wird oft als Copolymer mit PVP verwendet (PVP/VA Copolymer). Es macht den Film feuchtigkeitsbeständiger.
  • Acrylate: Moderne Polymere, die für besonders starken Halt und Wetterbeständigkeit sorgen.

3. Treibmittel (Propellants)

Nur in Aerosol-Dosen enthalten. Sie erzeugen den Druck, der die Flüssigkeit fein zerstäubt.

  • Propan, Butan und Isobutan: Leicht entzündliche Gase, die heute den Standard bilden.
  • Dimethylether (DME): Ein Treibmittel, das sich gut mit Wasser mischen lässt.

4. Weichmacher (Plasticizers)

Damit die Polymerschicht auf dem Haar nicht spröde wird und abblättert („Schuppenbildung“), werden Weichmacher hinzugefügt. Sie machen den Film elastisch.

  • Silikone (z. B. Cyclopentasiloxane, Dimethicone): Sorgen für Glanz und Geschmeidigkeit.
  • Phthalate: Wurden früher oft verwendet, sind heute aber aufgrund gesundheitlicher Bedenken in vielen modernen Produkten durch sicherere Alternativen ersetzt worden.

5. Pflegestoffe und Additive

Um das Haar vor dem Austrocknen zu schützen oder zusätzliche Vorteile zu bieten:

  • Panthenol (Provitamin B5): Bindet Feuchtigkeit.
  • UV-Filter: Schützen das Haar vor Sonneneinstrahlung.
  • Proteine (z. B. Seiden- oder Weizenproteine): Sollen die Haarstruktur stärken.
  • Pflanzenextrakte: Wie Aloe Vera oder Kamille für die Kopfhautpflege.

6. Duftstoffe (Fragrance / Parfum)

Da die Polymere und Lösungsmittel oft einen strengen chemischen Eigengeruch haben, werden Parfümöle zugesetzt.

  • Häufige deklarationspflichtige Stoffe sind hier Limonene, Linalool oder Citral.

7. Neutralisierungsmittel

Diese werden benötigt, um die Löslichkeit der Polymere einzustellen, damit das Spray später wieder leicht ausgebürstet oder ausgewaschen werden kann.

  • Aminomethyl Propanol (AMP): Ein gängiger Regulierer für den pH-Wert.

Zusammenfassung: Worauf sollte man achten?

  • Alkoholfreie Sprays: Sind sanfter zur Kopfhaut und trocknen das Haar weniger aus, brauchen aber länger zum Trocknen.
  • Silikonfreie Sprays: Verhindern das „Build-up“ (Anschwemmen von Rückständen), das das Haar mit der Zeit schwer und fettig machen kann.
  • Umweltaspekt: Pumpsprays verzichten komplett auf Treibgase und sind daher umweltfreundlicher als Aerosol-Dosen.