Können Inhaltsstoffe wie Glycerin in Gleitgelen das Wachstum von Hefepilzen fördern?

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Ja, Inhaltsstoffe wie Glycerin (auch Glycerol genannt) stehen in dem Ruf, das Wachstum von Hefepilzen (insbesondere Candida albicans) im Intimbereich zu fördern.

Hier sind die Gründe, warum das so ist und worauf man achten sollte:

1. Glycerin als "Nahrung" für Pilze

Glycerin ist ein Zuckeralkohol. Da Hefepilze sich von Zucker und zuckerähnlichen Substanzen ernähren, kann Glycerin theoretisch als Nährstoffquelle dienen. Wenn das Gleichgewicht der Scheidenflora bereits leicht gestört ist, kann die Zufuhr von Glycerin dazu führen, dass sich die Pilze schneller vermehren und eine Infektion auslösen.

2. Die Osmolarität (Zellstress)

Ein größeres Problem als die reine "Fütterung" des Pilzes ist oft die Osmolarität des Gleitgels. Viele glycerinhaltige Gleitgele sind hyperosmolar. Das bedeutet, sie haben eine höhere Konzentration an gelösten Stoffen als das menschliche Gewebe.

  • Dies entzieht den Schleimhautzellen im Intimbereich Wasser, um die Konzentration auszugleichen.
  • Die Zellen trocknen aus und können leicht geschädigt werden.
  • Diese winzigen Irritationen und die geschwächte Barriere machen es Hefepilzen und Bakterien leichter, sich anzusiedeln.

3. Störung des pH-Werts

Die Vagina hat ein saures Milieu (pH-Wert ca. 3,8 bis 4,5), das durch Milchsäurebakterien aufrechterhalten wird. Einige Inhaltsstoffe in Gleitgelen können diesen pH-Wert verändern. Wenn der Wert steigt (alkalischer wird), verdrängt dies die guten Milchsäurebakterien und schafft ein ideales Umfeld für Hefepilze.

Wer ist betroffen?

Nicht jeder bekommt von Glycerin eine Pilzinfektion. Viele Menschen vertragen es problemlos. Ein Risiko besteht vor allem für:

  • Personen, die ohnehin zu chronischen oder wiederkehrenden Hefepilzinfektionen neigen.
  • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Diabetes.
  • Frauen während hormoneller Umstellungen (z. B. Menopause oder Zyklusschwankungen).

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Wenn Sie empfindlich reagieren oder Infektionen vermeiden wollen, achten Sie auf folgende Punkte:

  1. Glycerinfrei: Viele Hersteller bieten mittlerweile "Glycerin-freie" oder "Sensitive"-Varianten an.
  2. Zuckerfrei: Vermeiden Sie Gleitgele mit Aromen (Geschmacks-Gleitgele), da diese oft echten Zucker oder Süßstoffe enthalten, die Pilzwachstum stark fördern.
  3. pH-optimiert: Das Gel sollte an den vaginalen pH-Wert angepasst sein (ca. 4,5).
  4. Keine Parabene: Diese Konservierungsstoffe können die Schleimhäute zusätzlich reizen.
  5. Silikonbasierte Gleitgele: Diese enthalten in der Regel kein Glycerin und werden nicht absorbiert, sind aber nicht mit allen Sextoys (aus Silikon) kompatibel.

Fazit: Wenn Sie zu Pilzinfektionen neigen, ist es ratsam, auf wasserbasierte, glycerinfreie Bio-Gleitgele oder hochwertige silikonbasierte Produkte umzusteigen.

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