Welche Inhaltsstoffe in Duschgels gelten als potenziell bedenklich?

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In der Kosmetikindustrie werden viele Inhaltsstoffe verwendet, die zwar gesetzlich zugelassen sind, aber von Verbraucherschützern, Dermatologen oder Umweltorganisationen kritisch betrachtet werden.

Hier ist eine Übersicht der Inhaltsstoffe in Duschgels, die als potenziell bedenklich gelten, unterteilt nach ihrer Wirkung:

1. Tenside (Waschsubstanzen)

Tenside sind dafür zuständig, Fett und Schmutz zu lösen. Einige sind jedoch sehr aggressiv.

  • Sodium Lauryl Sulfate (SLS): Gilt als stark irritierend und austrocknend. Es kann die Hautbarriere schwächen.
  • Sodium Laureth Sulfate (SLES): Etwas milder als SLS, aber bei der Herstellung kann das Nebenprodukt 1,4-Dioxan entstehen, das als krebserregend gilt. Zudem macht es die Haut durchlässiger für Schadstoffe.

2. Konservierungsstoffe

Sie verhindern, dass das Duschgel im feuchten Badezimmer verkeimt, können aber gesundheitliche Risiken bergen.

  • Parabene (z. B. Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butylparaben): Sie stehen im Verdacht, wie das Hormon Östrogen zu wirken (hormonell wirksam) und so das endokrine System zu beeinflussen.
  • Methylisothiazolinone (MIT) & Methylchloroisothiazolinone (CIT): Diese Stoffe sind bekannt dafür, starke Kontaktallergien auszulösen. In Produkten, die auf der Haut verbleiben (Lotionen), sind sie bereits stark eingeschränkt, in Duschgels aber noch erlaubt.
  • Formaldehydabspalter (z. B. Diazolidinyl Urea, Imidazolidinyl Urea): Sie setzen nach und nach Formaldehyd frei, das als krebserregend gilt und die Schleimhäute reizen kann.

3. Emulgatoren (PEGs)

  • Polyethylenglykol (PEG) und deren Derivate: Man erkennt sie oft an der Vorsilbe "PEG-" oder der Endung "-eth" (z. B. Ceteareth-20).
  • Das Problem: Sie machen die Haut durchlässiger. Das ist bei Wirkstoffen gewünscht, führt aber dazu, dass auch Schadstoffe oder Umweltgifte leichter in den Körper gelangen können. Zudem werden sie oft aus umweltschädlichem Erdöl gewonnen.

4. Kunststoffe (Mikroplastik und flüssige Polymere)

  • Festes Mikroplastik: Früher oft als Peeling-Körner genutzt, heute seltener.
  • Flüssige Kunststoffe (synthetische Polymere): Bezeichnungen wie Acrylates Copolymer (AC), Carbomer oder Polyquaternium.
  • Das Problem: Sie dienen als Verdickungsmittel oder für ein geschmeidiges Hautgefühl. Sie sind jedoch schwer biologisch abbaubar und belasten über das Abwasser die Meere und die Umwelt.

5. Duftstoffe

Duschgels sollen gut riechen, doch "Parfum" ist oft ein Sammelbegriff für hunderte Chemikalien.

  • Synthetische Moschus-Verbindungen: Diese reichern sich im menschlichen Fettgewebe und in der Umwelt an und können hormonell wirken.
  • Allergene Duftstoffe: Stoffe wie Lilial (Butylphenyl Methylpropional – mittlerweile in der EU verboten, aber manchmal noch in Restbeständen zu finden) oder bestimmte natürliche ätherische Öle (z. B. Limonene, Linalool) können bei empfindlichen Personen Allergien auslösen.

6. Silikone und Mineralöle

  • Silikone (z. B. Dimethicone): Sie legen sich wie ein Film über die Haut und suggerieren Geschmeidigkeit, bieten aber keine echte Pflege. Sie sind biologisch schwer abbaubar.
  • Mineralölprodukte (Paraffinum Liquidum, Petrolatum): Sie werden aus Erdöl gewonnen. Problematisch sind Verunreinigungen mit MOAH (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe), die als potenziell krebserregend gelten.

7. Weichmacher (Phthalate)

  • Werden oft eingesetzt, um Duftstoffe zu denaturieren (z. B. in alkoholhaltigen Zusätzen) oder die Konsistenz zu beeinflussen. Sie stehen ebenfalls im Verdacht, hormonell wirksam zu sein und die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen.

Worauf kann man achten?

  1. Zertifizierte Naturkosmetik: Siegel wie NaTrue oder BDIH verbieten Silikone, Parabene, PEGs, Paraffine und die meisten aggressiven Tenside.
  2. CodeCheck oder ToxFox: Diese Apps erlauben es, den Barcode zu scannen und direkt zu sehen, ob bedenkliche Stoffe (insbesondere Mikroplastik oder Hormone) enthalten sind.
  3. Weniger ist mehr: Kurze Zutatenlisten (INCI) deuten oft auf ein verträglicheres Produkt hin.
  4. Stückseife oder festes Duschgel: Diese kommen oft mit deutlich weniger Konservierungsstoffen und Plastikverpackung aus.
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