Welche Inhaltsstoffe in Deo-Rollern gelten als potenziell gesundheitsbedenklich?
In Deo-Rollern (sowohl in klassischen Deodorants als auch in Antitranspirantien) gibt es verschiedene Inhaltsstoffe, die immer wieder in der Kritik stehen. Dabei muss man zwischen gesundheitlichen Risiken, Allergiepotenzial und Umweltaspekten unterscheiden.
Hier sind die am häufigsten diskutierten Inhaltsstoffe:
1. Aluminiumsalze (z. B. Aluminium Chlorohydrate)
Dies ist der umstrittenste Inhaltsstoff, der vor allem in Antitranspirantien vorkommt, um die Schweißporen zu verengen.
- Die Kritik: Lange Zeit standen Aluminiumsalze im Verdacht, Brustkrebs oder Alzheimer zu begünstigen, da sie über die Haut in den Körper gelangen könnten.
- Aktueller Stand: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gab 2020 Entwarnung: Nach aktuellen Studien wird deutlich weniger Aluminium über die Haut aufgenommen als zuvor angenommen. Der Großteil des Aluminiums im Körper stammt aus der Nahrung. Dennoch verzichten viele Hersteller mittlerweile auf Aluminium („0% Aluminium“).
2. Parabene (z. B. Methylparaben, Ethylparaben)
Parabene dienen als günstiges Konservierungsmittel, um das Produkt vor Keimen und Schimmel zu schützen.
- Die Kritik: Sie sind dem weiblichen Hormon Östrogen chemisch ähnlich und stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen (endokrine Disruptoren). Dies wird mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen, einschließlich Unfruchtbarkeit und Krebserkrankungen, in Verbindung gebracht.
- Aktueller Stand: Einige Parabene sind in der EU bereits verboten oder streng limitiert. Viele Naturkosmetikhersteller nutzen sie gar nicht.
3. Triclosan
Triclosan ist ein aggressives antibakterielles Mittel, das Geruchsbakterien abtöten soll.
- Die Kritik: Es kann die natürliche Hautflora zerstören, zu Antibiotika-Resistenzen führen und steht ebenfalls im Verdacht, das Hormonsystem (Schilddrüse) zu beeinflussen. Zudem ist es sehr umweltschädlich (wassergefährdend).
- Aktueller Stand: In vielen modernen Deos wird es kaum noch verwendet, ist aber in einigen Produkten noch zu finden.
4. Phthalate (Weichmacher)
Phthalate werden oft in der Liste der Inhaltsstoffe nicht direkt aufgeführt, sondern verstecken sich hinter dem Sammelbegriff „Parfum“ oder „Fragrance“. Sie dienen dazu, den Duft länger auf der Haut zu halten.
- Die Kritik: Sie gelten als fortpflanzungsgefährdend und können Leber und Nieren schädigen.
5. Allergene Duftstoffe
Viele Deos enthalten Duftstoffe wie Lilial (Butylphenyl Methylpropional), Citral, Limonene oder Linalool.
- Die Kritik: Lilial wurde von der EU mittlerweile als fortpflanzungsgefährdend eingestuft und ist in Kosmetika verboten. Andere Duftstoffe sind zwar nicht direkt giftig, gehören aber zu den häufigsten Auslösern für Kontaktallergien (Hautrötungen, Juckreiz).
6. Alkohol (Alcohol denat.)
Alkohol wirkt desinfizierend und sorgt für ein schnelles Trocknen des Deos.
- Die Kritik: Er ist zwar nicht krebserregend, trocknet aber die empfindliche Haut unter den Achseln stark aus und kann besonders nach der Rasur zu Reizungen, Brennen und Entzündungen führen.
7. Silikone und Mineralöle
Diese Stoffe sorgen für ein geschmeidiges Gefühl beim Auftragen.
- Die Kritik: Sie haben keinen pflegenden Nutzen für die Haut. Mineralölrückstände (MOAH/MOSH) können sich im Körper anreichern und gelten teils als potenziell krebserregend. Zudem belasten sie die Umwelt, da sie schwer abbaubar sind.
Worauf sollte man achten?
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, helfen folgende Tipps:
- Zertifizierte Naturkosmetik: Diese verzichtet konsequent auf Aluminiumsalze, Parabene, Silikone und synthetische Duftstoffe.
- Inhaltsstoffe-Check: Apps wie CodeCheck oder ToxFox können den Barcode scannen und direkt anzeigen, ob bedenkliche Stoffe enthalten sind.
- „Ohne Aluminiumsalze“: Wenn Sie nur das Aluminium vermeiden wollen, achten Sie auf diesen Hinweis auf der Vorderseite.
- Sensitive-Produkte: Diese verzichten meist auf Alkohol und starke Parfümierung, was besonders bei empfindlicher Haut ratsam ist.
Fazit: Die größte Gefahr geht heute weniger von akuter Vergiftung aus, sondern von der langfristigen Belastung durch hormonell wirksame Stoffe oder von Allergien. Die Wissenschaft gibt bei Aluminium zwar vorsichtig Entwarnung, wer aber unnötige Risiken vermeiden will, greift zu Deos ohne Aluminium und Parabene.