Welche hygienischen Risiken birgt die gemeinschaftliche Nutzung offener Handwaschpasten-Eimer?

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Die gemeinschaftliche Nutzung offener Handwaschpasten-Eimer (wie sie oft in Werkstätten oder auf Baustellen zu finden sind) birgt erhebliche hygienische Risiken. Da jeder Nutzer mit verschmutzten und potenziell keimbelasteten Händen direkt in die Paste greift, wird der Eimer schnell zu einem Nährboden für Krankheitserreger.

Hier sind die spezifischen Risiken im Detail:

1. Kreuzkontamination (Schmierinfektionen)

Dies ist das Hauptrisiko. Wenn eine Person eine Infektion hat (z. B. eine eitrige Wunde am Finger, einen Hautpilz oder auch virale Erreger wie Noroviren oder Influenzaviren), gelangen diese Erreger beim Hineingreifen in die Paste. Die nächste Person, die die Paste nutzt, nimmt diese Keime auf. Da Handwaschpaste oft in Umgebungen mit hoher körperlicher Arbeit genutzt wird, finden die Keime durch kleine Risse oder Schnitte in der Haut (Mikrotraumen) sofort eine Eintrittspforte.

2. Bakterielles Wachstum im Medium

Handwaschpasten enthalten zwar oft Konservierungsstoffe, aber diese sind für eine normale Haltbarkeit ausgelegt, nicht für die massive und ständige Zufuhr von organischem Schmutz und Bakterien.

  • Feuchtigkeit: Da oft mit nassen Händen in den Eimer gegriffen wird, erhöht sich der Wassergehalt in der obersten Schicht. Dies verdünnt die Konservierungsmittel und begünstigt das Wachstum von Bakterien wie Staphylococcus aureus (verursacht Hautentzündungen) oder Pseudomonas (kann schwere Infektionen auslösen).
  • Biofilmbildung: An den Rändern des Eimers oder unter dem Deckel kann sich durch die Feuchtigkeit ein Biofilm bilden, der als Reservoir für Keime dient.

3. Risiko von Hautinfektionen und Entzündungen

Die in der Paste enthaltenen Reibekörper (z. B. Sand, Kunststoff oder Holzmehl) verursachen beim Waschen minimale Abschürfungen an der Hautoberfläche. Wenn die Paste gleichzeitig mit Keimen belastet ist, können diese direkt in die aufgeraute Haut eindringen. Dies führt häufig zu:

  • Follikulitis: Entzündung der Haarfollikel.
  • Abszessen oder Furunkeln: Lokale Eiteransammlungen.
  • Ekzemen: Durch die bakterielle Belastung kann eine bereits gereizte Hautbarriere chronisch entzündlich reagieren.

4. Mykosen (Hautpilz)

Pilzsporen sind sehr widerstandsfähig und können in der feuchten, organischen Masse der Handwaschpaste lange überleben. Die gemeinsame Nutzung fördert die Verbreitung von Handpilz drastisch.

5. Verunreinigung des Produkts (Stabilitätsverlust)

Neben den gesundheitlichen Risiken leidet die Qualität des Produkts:

  • Eingetragener Schmutz, Ölreste und Metallspäne von den Händen verändern die chemische Zusammensetzung.
  • Die Paste kann "kippen", ranzig riechen oder ihre Reinigungskraft verlieren.

Empfehlung zur Abhilfe

Aus Sicht der Arbeitshygiene und des Arbeitsschutzes (in Deutschland u. a. geregelt durch die TRGS 401 „Gefährdung durch Hautkontakt“) ist die Nutzung offener Gebinde in Gemeinschaftseinrichtungen kritisch zu sehen.

Die Lösung sind Spendersysteme:

  • Wandspender: Geschlossene Systeme mit Einwegkartuschen oder nachfüllbaren Behältern, die über eine Pumpe bedient werden.
  • Vorteil: Der Inhalt bleibt bis zur Entnahme geschützt; es findet kein direkter Kontakt zwischen den Händen der Nutzer und dem Vorrat statt.
  • Hautschutzplan: Ein integriertes System aus Hautschutz (vor der Arbeit), Reinigung und Hautpflege (nach der Arbeit) ist der beste Standard.

Fazit: Offene Eimer sind unhygienisch und ein Relikt vergangener Zeiten. Um Fehlzeiten durch Hauterkrankungen oder Infektionen zu vermeiden, sollte zwingend auf geschlossene Spendersysteme umgestellt werden.