Welche Gefahr besteht für die Glühkerzen eines Dieselmotors bei der Nutzung von Starthilfe-Spray?
Die Verwendung von Starthilfe-Spray (oft auf Ether-Basis) bei einem Dieselmotor birgt erhebliche Risiken für die Glühkerzen sowie für den gesamten Motor.
Hier sind die spezifischen Gefahren für die Glühkerzen und die daraus resultierenden Folgeschäden:
1. Gefahr der unkontrollierten Frühzündung (Detonation)
Dies ist das Hauptproblem: Glühkerzen sind dafür da, den Brennraum vorzuheizen, damit sich der eingespritzte Diesel bei Kompression selbst entzündet. Starthilfe-Sprays (Ether) haben jedoch eine wesentlich niedrigere Zündtemperatur als Dieselkraftstoff.
- Der Effekt: Wenn das Spray in den Ansaugtrakt gesprüht wird und auf die glühend heißen Glühkerzen trifft, entzündet es sich sofort – noch bevor der Kolben den oberen Totpunkt erreicht hat und bevor überhaupt Diesel eingespritzt wird.
- Die Folge: Es kommt zu einer explosionsartigen Verbrennung, die gegen die Aufwärtsbewegung des Kolbens drückt. Dies erzeugt extrem hohe Druckspitzen und Hitze direkt an der Glühkerze.
2. Thermische Überlastung und Schmelzen
Die Glühkerze ist für die normale Verbrennungstemperatur ausgelegt. Durch die schlagartige Detonation des Ethers entstehen jedoch kurzzeitig weitaus höhere Temperaturen.
- Die Spitze der Glühkerze kann überhitzen, schmelzen oder verformen.
- Im schlimmsten Fall brennt die Spitze der Glühkerze ab.
3. Mechanische Zerstörung der Glühkerze
Durch den extremen Druckanstieg bei einer Frühzündung (das typische „Nageln“ oder Schlagen beim Starten mit Spray) entstehen mechanische Schwingungen und Druckwellen.
- Abbrechen der Spitze: Die keramischen oder metallischen Stifte der Glühkerze können durch die Druckwelle brechen.
- Folgeschaden: Wenn Teile der Glühkerze abbrechen und in den Brennraum fallen, führt dies unweigerlich zu einem Motorschaden (Zerstörung von Kolben, Ventilen oder dem Turbolader).
4. Verrußen und Funktionsverlust
Häufige Verwendung von Starthilfe-Spray kann dazu führen, dass die Glühkerzen verrußen oder durch die chemische Reaktion des Sprays beschädigt werden, was ihre Lebensdauer drastisch verkürzt.
Wie man die Gefahr minimiert (Falls die Nutzung unvermeidbar ist):
Wenn man absolut auf Starthilfe-Spray angewiesen ist, sollte man folgende Regeln beachten, um die Glühkerzen zu schützen:
- Vorglühen abwarten: Warten Sie, bis der Vorglühvorgang abgeschlossen ist und die Kontrollleuchte erlischt.
- Erst beim Starten sprühen: Sprühen Sie das Spray erst in den Ansaugtrakt, während eine zweite Person den Anlasser bereits betätigt. Dadurch wird das Spray sofort in den Zylinder gesaugt und die Verweildauer an der heißen Glühkerze minimiert.
- Sparsam dosieren: Nur sehr kurze Sprühstöße geben. Zu viel Spray führt zu den gefährlichen harten Schlägen im Motor.
- Idealerweise ohne Glühen: Bei älteren Motoren kann man versuchen, die Sicherung der Glühanlage zu ziehen, bevor man mit Spray arbeitet, um die Zündquelle "Glühkerze" auszuschalten. Das Spray zündet dann rein durch die Kompressionswärme.
Fazit: Die Kombination aus glühenden Kerzen und Ether ist hochexplosiv und gefährlich. Ein gesunder Dieselmotor sollte (bei funktionierenden Glühkerzen) auch bei Kälte ohne Spray anspringen. Wenn er es nicht tut, liegt meist ein Defekt vor (Glühkerzen defekt, Kompression zu niedrig oder Kraftstoffsystem undicht), den das Spray nur kurzzeitig überdeckt, während es die Hardware schädigt.