Welche chemischen Inhaltsstoffe sind üblicherweise in E-Liquids enthalten?

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E-Liquids für E-Zigaretten bestehen in der Regel aus einer sehr überschaubaren Anzahl an Inhaltsstoffen. Die Basis ist fast immer identisch, variiert jedoch im Mischungsverhältnis.

Hier sind die üblichen chemischen Inhaltsstoffe:

1. Propylenglykol (PG)

  • Chemische Bezeichnung: 1,2-Propandiol.
  • Eigenschaft: Es ist eine farblose, fast geruchlose Flüssigkeit.
  • Funktion: PG dient als primärer Geschmacksträger, da sich Aromen darin sehr gut lösen. Zudem sorgt es für den sogenannten „Throat Hit“ (ein leichtes Kratzen im Hals), der dem Gefühl beim Rauchen einer echten Zigarette ähnelt.
  • Vorkommen im Alltag: Es ist als Lebensmittelzusatzstoff (E 1520) zugelassen und findet sich auch in Zahnpasta, Kaugummis oder medizinischen Inhalatoren.

2. Pflanzliches Glycerin (VG)

  • Chemische Bezeichnung: Propan-1,2,3-triol (Vegetable Glycerin).
  • Eigenschaft: Es ist deutlich dickflüssiger (viskoser) als PG und hat einen leicht süßlichen Eigengeschmack.
  • Funktion: VG ist für die Dampfentwicklung verantwortlich. Je höher der VG-Anteil im Liquid, desto dichter und stabiler ist der sichtbare Dampf.
  • Vorkommen im Alltag: Es ist als E 422 bekannt und wird in der Lebensmittelindustrie als Feuchthaltemittel oder in Kosmetika verwendet.

3. Aromastoffe

  • Art: Es werden in der Regel lebensmittelechte Aromen verwendet.
  • Funktion: Sie verleihen dem Liquid den spezifischen Geschmack (z. B. Frucht, Tabak, Menthol oder Süßspeisen).
  • Hinweis: Obwohl diese Aromen für den Verzehr sicher sind, ist die Langzeitwirkung beim Inhalieren noch Gegenstand der Forschung. In der EU (durch die TPD2-Richtlinie) sind bestimmte schädliche Aromastoffe wie Diacetyl (das „Popcorn-Lunge“ verursachen kann) in Liquids verboten.

4. Nikotin (optional)

  • Art: Nikotin wird entweder als „Freebase“-Nikotin oder als Nikotinsalz zugesetzt.
  • Funktion: Es dient der Befriedigung der Nikotinsucht und beeinflusst ebenfalls den Throat Hit.
  • Konzentration: In der EU ist die Konzentration für Endverbraucher auf maximal 20 mg/ml begrenzt. Es gibt jedoch auch viele Liquids, die komplett nikotinfrei sind.

5. Destilliertes Wasser (gelegentlich)

  • Funktion: Manchmal wird ein geringer Anteil an reinem Wasser hinzugefügt, um extrem zähflüssige VG-lastige Liquids etwas dünnflüssiger zu machen, damit der Nachfluss im Verdampfer besser funktioniert. Dies wird heutzutage jedoch seltener gemacht.

Was sollte NICHT enthalten sein?

In seriösen, in der EU hergestellten Liquids dürfen laut Gesetz keine Öle (wie Vitamin-E-Acetat), keine Farbstoffe und keine Inhaltsstoffe mit krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fortpflanzungsgefährdenden Eigenschaften enthalten sein.

Ein wichtiger Hinweis zur Chemie beim Erhitzen:

Obwohl die oben genannten Stoffe im kalten Zustand als weitgehend sicher gelten, können durch den Prozess des Erhitzens (besonders bei zu hoher Temperatur oder minderwertigen Geräten) chemische Abbauprodukte entstehen, wie zum Beispiel:

  • Formaldehyd
  • Acetaldehyd
  • Acrolein

Dies geschieht vor allem dann, wenn die Watte im Verdampfer trocken läuft („Dry Hit“). Bei sachgemäßem Gebrauch liegen diese Werte jedoch meist deutlich unter denen von Tabakzigaretten.